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Sechs Betriebe mehr als im Jahr zuvor
Hotel-Branche im Saarland wächst

Bis in die Details sind die Räume des Hotel La Maison in Saarlouis durchgestaltet. Inhaber Günter Wagner bezeichnet sein Haus daher als Designhotel und wirbt damit um Kunden.
Bis in die Details sind die Räume des Hotel La Maison in Saarlouis durchgestaltet. Inhaber Günter Wagner bezeichnet sein Haus daher als Designhotel und wirbt damit um Kunden. FOTO: Ruppenthal
Saarbrücken. Neue Hotels werden eröffnet, andere erweitert. Viele Inhaber setzen dabei auf eine Spezialisierung, um sich von ihren Mitbewerbern abzuheben. Von Barbara Scherer

An der Saarland-Therme soll in den kommenden Jahren ein Hotel mit 125 Zimmern entstehen. In Merzig hat der Spatenstich für den Bau eines Holiday-Inn-Express-Hotel mit 85 Zimmern bereits stattgefunden. Und auch in der Saarbrücker Innenstadt laufen die Vorbereitungen für neue Übernachtungsmöglichkeiten. Die Anzahl der Hotels wächst im Saarland genauso wie im Rest der Welt. Allein 2016 gab es laut Tourismus-Barometer Saarland hierzulande sechs Hotellerie-Betriebe mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt waren es 187. Für die bestehenden und auch für die kommenden Häuser wird es dadurch immer wichtiger, sich gegenüber der Konkurrenz abzuheben.


Ein Weg dorthin kann eine Spezialisierung sein. „Das ist im Moment der Trend“, sagt Gudrun Pink, Präsidentin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) im Saarland. Gerade kleinere Häuser werden ihrer Einschätzung nach merken, wenn größere Mitbewerber in den Markt eintreten. Aber, so betont sie, „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Es sei wichtig, dass die einzelnen Häuser ihre Nische finden. Im Saarland sieht sie neben Geschäftstourismus regionale Küche als einen der großen Trends an.

Auf genau diese beiden Bereiche setzt Günter Wagner, Inhaber des Hotels La Maison in Saarlouis. Neben Geschäftsgästen sei der Feinschmecker-Tourismus einer der Schwerpunkte des 2015 eröffneten Hauses. La Maison positioniert sich laut Wagner als sogenanntes Designhotel. Das Haus sei „durchgängig durchdesignt“, sagt er. Viele der Möbel seien speziell für das Haus gefertigt worden. „Der Mix aus Alt und Neu ist spannend“, befindet er. Um mehr Kunden beherbergen zu können, soll das Hotel nun erweitert werden. Im Januar beginnen die Arbeiten für zwölf neue Zimmer, berichtet Wagner. Die Eröffnung ist für Ende des Jahres geplant.



Geschäftskunden und insbesondere Tagungen spielen während der Woche auch in der Seezeitlodge in Gonnesweiler am Bostalsee eine große Rolle. An den Wochenenden liegt der Schwerpunkt jedoch an einer anderen Stelle, erläutert Geschäftsführerin Kathrin Sersch: „Wir positionieren uns ganz klassisch als Wellness-Hotel mit einem Fokus auf einem naturnahen Konzept.“ Tagungs- und Wellnessgäste verhielten sich im Hotel unterschiedlich und hätten verschiedene Ansprüche, erläutert sie. Insofern werde versucht, dies zu trennen, sodass am Wochenende Tagungen vermieden würden. Als Leitmotiv für viele Wellness-Angebote hat Sersch die Kelten ausgewählt – wegen ihres alten Heilwissens. In den Anwendungen verwendet sie Kräuter der Kelten. Außerdem gibt es eine Massage mit dem Keltenstab sowie Saunaaufgüsse und einen keltischen Tee.

Wellness spielt auch bei Michael Buchna im Landhotel Saarschleife in Orscholz eine Rolle. „Wir sind ein Urlaubs- und Vitalhotel mit den Schwerpunkten Kulinarik und Wellness“, beschreibt er das Konzept seines Hauses. Seine Besucher erwarteten eine Wohlfühlsituation verbunden mit Kulinarik, sagt er: „Der Gast möchte sehen und schmecken, wo er ist.“ Um sein Konzept zu festigen, steht das nächste Projekt bereits an. Im November soll der Bau einer neuen Küche sowie eines zusätzlichen Restaurants starten.

Unter dem Projektnamen „Dorfküche“ soll eine einfache und moderne Küche entstehen, in die die Besucher sogar hineinschauen können. Hier will Buchna zudem verstärkt auf vegane Gerichte setzen. Für die Zubereitung soll es „einen eigenen Kochplatz geben, der nicht mit Nicht-Veganem kontaminiert wird“.