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Gründermesse in Saarbrücken
Hilfe für den ersten Schritt zur eigenen Firma

Wirtschaftssenior Alexander Lex von der IHK (links) berät auf der Gründermesse die beiden Besucher Nico Wagner und Lars Bouchentouf (rechts) über die ersten Schritte einer Unternehmensgründung.
Wirtschaftssenior Alexander Lex von der IHK (links) berät auf der Gründermesse die beiden Besucher Nico Wagner und Lars Bouchentouf (rechts) über die ersten Schritte einer Unternehmensgründung. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Am Samstag stellten die Teilnehmer der Saarland Offensive für Gründer im Saarbrücker E-Werk ihre Unterstützungen für Gründer vor. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

() Welche Bedingungen gibt es für den ersten Schritt in die Selbstständigkeit, was ist ein Business-Plan, wie bekommt man mit einer guten Idee auch eine Finanzierung. All solche Fragen trieben die Besucher der Gründermesse im Saarbrücker E-Werk um. Dort hatten sich am Samstag die Mitglieder der Saarland Offensive für Gründer (SOG) zusammengefunden, um Interessierte über die Hürden und Möglichkeiten beim Start in die Selbstständigkeit zu informieren.


Von regem Interesse, vor allem am Vormittag, berichten die Aussteller. Es sei erstaunlich, wie viele Besucher bereits sehr konkrete Ideen mitgebracht hätten, sagt Thomas Pitz, bei der Saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK) für das Thema Gründung als Berater zuständig. „Mehrere standen bereits davor, einen Mietvertrag zu unterschreiben“, sagt er. Die Fragen seien entsprechend detailliert gewesen. Pitz nutzt die Messe – ebenso wie die meisten anderen Aussteller auch – nur für einen Erstkontakt. Für vertiefende Gespräche gibt es dann ein zweites Treffen.

Grundsätzliche Information darüber, wie das mit dem Gründen geht, dafür waren Nico Wagner und Lars Bouchentouf auf die Messe gekommen. Sie wollten am Stand der IHK wissen, welche Voraussetzungen man für die Gründung eines Unternehmens braucht und welche bürokratischen Anforderungen es gibt. Den beiden schwebt ein Vertriebsunternehmen vor, mit dem sie ein bestehendes Produkt in noch einmal verbesserter Form auf den Markt bringen können. „Die Idee haben wir schon länger und wollen jetzt starten“, sagt Wagner.



Auch Frank Hohrath, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verbands im Saarland, berichtet von Besuchern, die ihre Gründung schon konkret durchgeplant haben und nur noch letzte Fragen klären wollten. Gerade für diese Besucher sei die Messe gut, weil beispielsweise bei offenen Fragen für die Finanzierung mit der Saarländischen Förderbank SIKB gleich der passende Ansprechpartner wenige Meter weiter zur Verfügung stehe. „Mit dieser Beratung ist die Chance größer, auch erfolgreiche Gründungen zu bekommen.“

Von erfolgreichen Gründungen spricht auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Wir sind zwar vielleicht das Land mit der schlechtesten Gründungsrate, aber wir sind auch das Land mit den stabilsten Gründungen.“ Dass aktuell so wenige Menschen die Selbstständigkeit suchen, liege auch an der guten Konjunktur und Arbeitsmarktlage. „Die treibt die Leute nicht in die Selbstständigkeit“, sagt sie. Die Ministerin gab im Nachgang der Messe auch verbesserte Bedingungen für die Gründerberatung bekannt. Handwerker, Frauen und Migranten sollen ab morgen höhere Beratungszuschüsse bekommen.

Bei dem IQ Netzwerk, das bei der Fitt gGmbH angesiedelt ist, liegt der Schwerpunkt bei der Unterstützung gründungswilliger Migranten. Und dort gab es gleich mehrere erfolgreiche Gründer, die sich im Rahmen des Programms „Perspektive Neustart“ eine Existenz aufgebaut haben. Aya Hamo Lela beispielsweise, die in Neunkirchen ein Modegeschäft mit syrischer Mode eröffnet hat. Oder Hussam Afour, der in Syrien Rechtsanwalt war, nun aber mit einem Second-Hand-Laden speziell für arabische Kunden neu anfangen will.

Bei der Handwerkskammer (HWK) drehten sich die Anfragen vor allem um formelle Fragen wie den Meisterzwang, die Eintragung in die Handwerksrolle oder die Möglichkeit in freien Handwerkssparten zu Gründen, sagt Lisa Herbrand von der Handwerkskammer. HWK-Hauptgeschäftsführer Arnd Klein-Zirbes betont, dass es der Kammer bei den Beratungen nicht nur um Gründungen, sondern auch um Übernahmen geht.

Im Rahmen der Messe hat die SOG gemeinsam mit der Sparkasse Saarbrücken und der SIKB auch erstmals den Preis für erfolgreiche „Saarländische Unternehmen in der Digitalen Welt“ verliehen. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, bei denen Digitalisierung bereits gelebte Praxis ist. Den ersten Preis bekam die Firma Fanomena, den zweiten belegte die Firma Odion, dritter wurde Mondata. Die Unternehmen sind Ausgründungen von HTW und Saar-Uni.