| 19:17 Uhr

Hacker erbeuten bei Autozulieferer Leoni 40 Millionen Euro

Nürnberg. Cyberkriminelle haben beim Nürnberger Automobilzulieferer Leoni etwa 40 Millionen Euro erbeutet. Das Unternehmen teilte gestern mit, es habe am Freitag entdeckt, dass es "Opfer betrügerischer Handlungen" geworden sei. Dadurch seien Gelder des Unternehmens ins Ausland transferiert worden. Der Schaden belaufe sich auf etwa 40 Millionen Euro ; die IT-Infrastruktur und die Datensicherheit seien nicht betroffen. Die Täter nutzten den Angaben zufolge "gefälschte Dokumente und Identitäten", um über "elektronische Kommunikationswege" an das Geld zu kommen. afp

Der Vorstand lasse die Vorfälle nun untersuchen und prüfe derzeit Schadenersatz- und Versicherungsansprüche, erklärte Leoni. Zudem erstattete das Unternehmen Anzeige bei der Kriminalpolizei. In welchem Umfang sich der Schaden auf die Bilanz für das laufende Jahr auswirke, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, erklärte Leoni. Die Liquidität des Konzerns sei jedoch "nicht wesentlich beeinträchtigt". Der Aktienkurs des Unternehmens sackte allerdings kräftig ab. Leoni stellt Drähte, optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme her. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 76 000 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro.