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Großes Interesse am neu eingeführten Baukindergeld

Saarbrücken. Experten: Wer dieses Jahr einen Bauantrag gestellt oder eine Immobilie gekauft hat, kann den Zuschuss jetzt beantragen. red

Schritte ins Wohneigentum war das Thema unserer jüngsten Leseraktion. Alexander Nothaft und Juri Schudrowitz vom Verband der Privaten Bausparkassen beantworteten die Fragen. Im Mittelpunkt des Leserinteresses stand das neue Baukindergeld. 


Wo beantrage ich das Baukindergeld?

Der Zuschuss wird über die Internetseite der staatlichen Förderbank KfW www.kfw.de/zuschussportal beantragt – und zwar nach dem Einzug. Drei Monate hat man dafür Zeit.



Muss man verheiratet sein, um das Baukindergeld zu bekommen?

Nein.

Kann ich für meine sechsjährige Enkelin einen Bausparvertrag abschließen, damit sie mit 18 etwas Geld zur Verfügung hat?

Ja, das geht. Das Guthaben kann sie später verwenden, wie sie will. Der Einsatz des Darlehens ist grundsätzlich an einen wohnwirtschaftlichen Zweck gebunden. Denken Sie daran, dass Jugendliche ab 16 einen eigenen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie haben.

Welche Bedingungen sind für das Baukindergeld gesetzt?

Baugenehmigung oder notarieller Kaufvertrag müssen ein Datum zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 tragen. Der Antrag auf Baukindergeld kann bis spätestens 31.Dezember 2023 gestellt werden. Wer bereits vor dem 18. September 2018 eingezogen ist, kann den Antrag noch bis 31.Dezember 2018 stellen. Sie müssen die Immobilie selber nutzen. Und das Kind muss bei Antragstellung unter 18 Jahre alt und kindergeldberechtigt sein.

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Pro Kind gibt es für den Antragsteller zehn Jahre lang pro Jahr 1200 Euro.

Darf ich unbegrenzt verdienen?

Die Grenzen für das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen sind weit gefasst. Es darf 90 000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 15 000 Euro bei jedem weiteren, nicht überschreiten.

Ich möchte ein Haus kaufen, in dem noch jemand zu Miete wohnt. Mir ist bekannt, dass Kauf nicht Miete bricht. Allerdings ist der bereit, mir vertraglich zu bestätigen, dass er auszieht, sobald ich gekauft habe. Bin ich mit so einem Vertrag auf der sicheren Seite?

Ich würde mich nicht unbedingt darauf verlassen. Holen Sie sich am besten juristischen Rat.

Welche staatlichen Förderungen gibt es, wenn ich jetzt kaufen will?

Es gibt ein zinsverbilligtes Darlehen von der Förderbank KfW; das sind 50 000 Euro für ein normales Haus. Sie können parallel ein Riester-Darlehen nutzen - dabei gibt es Zulagen und eventuell Steuervorteile, wenn Sie selber einen bestimmten Betrag einzahlen. Aktuell kommt das Baukindergeld hinzu, das Sie bekommen können, wenn Sie in die Immobilie eingezogen sind.

Wir haben zwei Kinder im Alter von acht und vier Jahren und wollen uns ein Haus kaufen. Zu welcher Finanzierungsvariante raten Sie?

Erkundigen Sie sich nach einem KfW-Kredit für Wohneigentum, der zinssubventioniert ist. Daneben sollten Sie – ergänzend zu einem normalen Bankdarlehen – die Riesterförderung über einen Bausparvertrag in Ihre Überlegungen einbeziehen. Neben den Grundzulagen für sich und Ihre Frau von jeweils bis zu 175 Euro pro Jahr können Sie für jedes Kind während der Finanzierungsdauer eine Zulage von 300 Euro jährlich erhalten.

Ich könnte monatlich 800 Euro für Zins und Tilgung aufbringen. Wie viel Kredit könnte ich aufnehmen?

Bei drei Prozent Tilgung und zwei Prozent Zinsen könnten Sie sich mit einer Monatsrate von 800 Euro zunächst einen Kredit von 192 000 Euro leisten. Die Zinsfestschreibung ist normalerweise befristet –  auf zehn oder 15 Jahre.

Wie viel eigenes Kapital brauche ich für einen Hauskauf?

Je mehr eigenes Geld Sie einbringen, desto günstiger wird die Finanzierung. Zumindest sollte aber so viel eigenes Geld vorhanden sein, dass Sie die Erwerbsnebenkosten - Grunderwerbsteuer, Notar-, Grundbuchgebühren und eventuell Maklerkosten - davon bezahlen können, die in der Regel von den Banken nicht mitfinanziert werden.

Weitere Informationen: www.bausparkassen.de, www.kfw.de; unter www.test.de/shop/eigenheim-miete findet man aktuelle Veröffentlichungen der Stiftung Warentest zum Thema.