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Arbeitgeber erfolglos
Gericht erlaubt Streik bei Neuer Halberg Guss

Bei der Neuen Halberg Guss gehen die Streiks weiter. Die Arbeitsgerichte in Saarbrücken und Leipzig haben einstweilige Verfügungen gegen den Arbeitskampf abgelehnt.
Bei der Neuen Halberg Guss gehen die Streiks weiter. Die Arbeitsgerichte in Saarbrücken und Leipzig haben einstweilige Verfügungen gegen den Arbeitskampf abgelehnt. FOTO: dpa / Sebastian Willnow
Saarbrücken. Der Streik beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) darf weitergehen. Das Arbeitsgericht des Saarlandes hat am Freitagmittag eine einstweilige Verfügung gegen den Arbeitskampf am Standort Saarbrücken abgelehnt. Hier stehen 300 Arbeitsplätze auf der Kippe. Von Tobias Fuchs und Joachim Wollschläger
Tobias Fuchs

Die Beschäftigten der Traditionsgießerei in Saarbrücken-Brebach hatten am Donnerstag ihre Arbeit unbefristet niedergelegt. Nur am Wochenende soll nicht gestreikt werden. Zuvor hatte die Gewerkschaft IG Metall mit der NHG über einen Sozialtarifvertrag verhandelt. Am Mittwochmittag erklärte sie die Gespräche für gescheitert.


Der Tarifvertrag soll über einen Treuhandfonds finanziert werden, der die Ansprüche aller 2100 Beschäftigten in Saarbrücken und Leipzig abdeckt. Die Anwälte des Unternehmens argumentierten vor Gericht, diese Forderung der Arbeitnehmerseite sei nicht zu erfüllen. Das Management beziffert das Finanzvolumen des Fonds auf über 700 Millionen Euro. Nach Schätzungen der NHG soll sich der Umsatz in dieses Jahr auf 330 Millionen belaufen.

Die Geschäftsleitung des Autozulieferers bedauerte die Entscheidung des Gerichts. Sie bekräftigte, keine Forderung akzeptieren zu können, die den unmittelbaren Ruin der gesamten NHG bedeuten und damit alle Arbeitsplätze auf einen Schlag vernichten würde, heißt es in einer Stellungnahme.



Die IG Metall befürchtet indes, die hinter der NHG stehende Prevent-Gruppe könnte Gelder aus dem Unternehmen abfließen lassen. Sie sieht den Hersteller von Motorblöcken in seiner Existenz bedroht. Denn größter Abnehmer ist Autobauer Volkswagen, mit dem Prevent sich in einem Dauerkonflikt befindet.

Die NHG warf der Gewerkschaft am Donnerstag einen „Kamikaze-Kurs“ vor, durch den „auch das Werk in Saarbrücken in ernsthafter Gefahr“ sei. Den Standort Leipzig mit 610 Mitarbeitern will die Firma zum Ende des nächsten Jahres schließen. Auch dort scheiterte das Management vor dem Arbeitsgericht mit dem Antrag auf eine einstweilige Verfügung.