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| 21:11 Uhr

Saar-Arbeitsmarkt
Für 2018 Optimismus am Saar-Arbeitsmarkt

Die Autoindustrie und die Stahlindustrie im Saarland können wohl auch 2018 mit guten Geschäften rechnen.
Die Autoindustrie und die Stahlindustrie im Saarland können wohl auch 2018 mit guten Geschäften rechnen. FOTO: Eberspächer
Saarbrücken. Nach Beobachtung der Chefin der Regionalagentur Heidrun Schulz können deutlich mehr Menschen mit neuen Stellen rechnen. Von Thomas Sponticcia

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland geht immer weiter zurück. Nach Ansicht von Heidrun Schulz, der Chefin der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit, steigen deshalb auch die Chancen, dass das seit Jahrzehnten  angepeilte Ziel einer Vollbeschäftigung erreicht werden kann. Nach Aussagen von Wissenschaftlern spricht man dann von Vollbeschäftigung, wenn die Arbeitslosenquote nur noch drei Prozent beträgt. Ob dieses Ziel wirklich realistisch ist, hänge im Wesentlichen vom Ausmaß der Digitalisierung ab, sagt Schulz. Niemand könne jedoch im Augenblick schon verlässlich sagen, wie viele Arbeitsplätze durch die zunehmende Automatisierung in Produktionsbetrieben wegfallen und wie viele neue Jobs im Gegenzug durch die Digitalisierung entstehen. „Vollbeschäftigung ist machbar, aber der Weg dorthin ist noch mit vielen Fragezeichen verbunden“, so Schulz.

2018 werde im Saarland jedenfalls eine weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit bringen. Wegen der derzeitig positiven Konjunkturentwicklung, gut gefüllten Auftragsbüchern bei den Unternehmen und immer mehr offenen Stellen könne man im kommenden Jahr von etwa 1000 Arbeitslosen weniger ausgehen. Derzeit sind noch insgesamt 34 675 Saarländerinnen und Saarländer ohne Beschäftigung (Quote: 6,7 Prozent). Doch in allen relevanten Bereichen, von der Jugend- bis zur Langzeitarbeitslosigkeit, sinkt diese Zahl, während die Zahl der sozoialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt – auf zuletzt 383 127, davon 281 972 in Vollzeit-Arbeitsverhältnissen.

Auffallend ist momentan, dass die Beschäftigten immer älter werden. Demnach waren im Frühjahr 2017 19,7 Prozent oder 75 300 Arbeitnehmer zwischen 55 und 65 Jahren alt. Damit ist die Anzahl der älteren Beschäftigten gegenüber 2016 um 4100 Personen (5,8 Prozent) gestiegen. Viele davon sind zudem in Nebenjobs tätig, weil sie wohl befürchten, es könnte mit der Rente später eng werden. Weiter sei erkennbar, dass in zahlreichen Betrieben die Arbeit auf immer mehr Köpfe verteilt wird als früher. Dies erkläre den stärkeren Anstieg an Teilzeitbeschäftigten gegenüber Vollzeitkräften.

Um die Zahl der Arbeitslosen auch auf Dauer möglichst niedrig zu halten, knüpft die Regionaldirektion ein immer engmaschigeres Netz an Betreuungsangeboten, um Arbeitslosigkeit möglichst schon von Anfang an auszuschließen. Hier nennt Heidrun Schulz als eine der jüngsten Erfolge die Einrichtung der Jugendberufsagenturen in Saarbrücken, Merzig, St. Wendel und Neunkirchen. Diese sollen Jugendliche auf dem Weg von der Schule in den Beruf besser unterstützen und ihnen bei Bedarf spezielle Qualifizierungs-Angebote machen. Die Jugendberufsagentur  Neunkirchen arbeitet so eng mit Schulen zusammen, dass es dort auch Förderkonferenzen gibt, die individuelle Unterstützungs- und Qualifizierungs-Möglichkeiten eröffnen. Nach Angaben von Schulz haben in Folge der guten Konjunktur und der abnehmenden Bevölkerung sogar Langzeitarbeitslose im Saarland deutlich bessere Möglichkeiten, wieder eine qualifizierte Beschäftigung zu erreichen. Nach der Prognose von Schulz für 2018 deutet nichts darauf hin, dass sich etwas an der positiven Situation am Arbeitsmarkt ändert. Auch in den sensi­blen Branchen Stahl und Automobilbau liefen die Geschäfte derzeit gut.

Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion der Arbeitsagentur
Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion der Arbeitsagentur FOTO: Andreas Engel