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Glasfaser-Ausrüster
Frisches Geld lässt Inexio weiter wachsen

David Zimmer, Geschäftsführer und Gründer von Inexio.
David Zimmer, Geschäftsführer und Gründer von Inexio. FOTO: Inexio
Saarlouis. Durch eine neue Konzernstruktur erzielte das Saarlouiser Glasfaser-Unternehmen erneut einen zweistelligen Millionenumsatz. Von Teresa Bauer

Beim Saarlouiser Telekommunikations-Unternehmen Inexio sind die Karten neu gemischt worden. Mit dem Einstieg der Investment-Firma Warburg Pincus und der neu gegründeten Holding Inexio Beteiligung KGga im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 stellte das Unternehmen seine Konzernstruktur komplett neu auf.


Dadurch sei im zehnten Geschäftsjahr von Inexio ein erneutes Wachstum erleichtert worden, wie Gründer und Geschäftsführer David Zimmer am Freitag sagte. Der Umsatz stieg um 24,5 Prozent auf 65 Millionen Euro (Vorjahr 52,2 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) ist um 16 Prozent auf 24,8 Millionen Euro gestiegen.

Am drastischsten machte sich die neue Konzernstruktur aber beim Eigenkapital bemerkbar, das sich nahezu versechsfachte. Dank der Kapitalerhöhung durch Warburg Pincus und Bilanzierungseffekte stieg es von 30 Millionen auf 172 Millionen Euro. Außerdem sicherte sich Inexio durch eine breitangelegte Umschuldung eine Finanzierung in Höhe von 312,5 Millionen Euro. Davon entfallen 140 Millionen Euro auf Umschuldung und 170,5 Millionen Euro auf neue Kredite. Statt auf zwei Dutzend regionale Partner setzt Inexio dabei nun auf ein internationales Bankenkonsortium, „was die komplette Kommunikation und die Abwicklung erheblich vereinfacht“, sagte Zimmer. Das frische Geld ermögliche dem Unternehmen zudem weitere Zukäufe. Details über bevorstehende Zukäufe nannte Zimmer allerdings nicht. Im vergangenen Jahr übernahm Inexio bereits die Komnexx GmbH in Norddeutschland und die smartDSL GmbH in Bayern.

Die Mitarbeiterzahl vergrößerte sich bundesweit von 201 auf 267.  Anfang 2018 übernahm zudem Alfried Bührdel die Spitze des Aufsichtsrat. Er löste damit René Obermann ab, der dem Gremium aber weiterhin angehört. Bührdel war zuvor 16 Jahre Finanzvorstand von Stöer Media und zwei Jahre in gleicher Position bei Tengelmann tätig.

Zurzeit versorgt Inexio über 88 000 Haushalte mit schnellem Internet. Hinzu kommen rund 4500 gewerbliche Kunden. Das Ziel, bis Ende 2018 in den Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen ein Glasfaser-Netz mit einer Datenübertragungsrate von mindestens 50 Mbit auszubauen, werde erreicht, wie  Inexio-Geschäftsführer Thorsten Klein sagte. Bei der Ausschreibung durch das Land und den Zweckverband eGo Saar hatte Inexio den Zuschlag für die beiden Kreise erhalten.