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540 Stellen
Ford-Saarlouis stockt die Belegschaft deutlich auf

Mit dem Ford-Focus hat das Werk in Saarlouis ein sicheres Modell.
Mit dem Ford-Focus hat das Werk in Saarlouis ein sicheres Modell. FOTO: Oliver Dietze / dpa
Saarlouis. Ford Saarlouis hat in einer Betriebsversammlung einen deutlichen Stellenaufbau beschlossen. 540 ehemalige Leiharbeiter und zahlreiche Auszubildende bekommen Festanstellungen. Außerdem sollen weitere Leiharbeiter angestellt werden. Die Zahl der Beschäftigten ist mit jetzt schon rund 7000 auf einen Stand wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia

Rechtzeitig vor dem Start des neuen Ford-Focus-Modells im laufenden Jahr übernimmt Ford im Werk Saarlouis 540 Leiharbeiter in unbefristete Jobs. Betriebsrat und das Ford-Management haben eine entsprechende Betriebsvereinbarung unterzeichnet. Weitere 274 Leiharbeiter erhalten eine Verlängerung ihrer Arbeitsverträge bis zunächst Ende diesen Jahres. Das teilte Betriebsratschef Markus Thal mit.



Weitere Leiharbeitsverträge

Zu diesem verabschiedeten Personalpaket hinzu kommen nochmals 550 weitere Leiharbeiter, die Ford für die Dauer zwischen drei und elf Monaten beschäftigen will. Mit den Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass das neue Fahrzeugmodell schon in der Anlaufphase ein Erfolg wird. Jährlich sollen nach Angaben von Thal 350 000 Autos in Saarlouis im Drei-Schicht-Betrieb vom Band laufen, darunter auch weiterhin Wagen vom Typ C-Max.

Langfristige Garantie

Die Geschäftsleitung hat im Rahmen der Vereinbarung zugesagt, dass der C-Max auch über 2019 hinaus fester Bestandteil für die Fertigungsplanung an der Saar bleiben wird. Zudem garantiert die Werkleitung den Fortbestand des Drei-Schicht-Modells, wie es der Betriebsrat zuletzt mehrfach angemahnt hat, und wie es bereits 2014 in einer Investitions-Vereinbarung für den Standort Saarlouis festgelegt wurde.



Einstellung in mehreren Schritten

Nach Angaben von Betriebsratschef Thal erfolgen die Neueinstellungen in zwei Schritten. Zunächst werden bis zum 1. Juni 2018 insgesamt 434 Leih- und Ford Zeitarbeiter und einige Auszubildende unbefristet übernommen, bis Mitte 2019 noch einmal weitere 106 Leiharbeiter und ehemalige befristete Auszubildende. Darüber hinaus besteht schon jetzt eine Option auf weitere Festanstellungen, sollte sich nach der Anlaufphase des neuen Focus-Modells nochmals ein weiterer Personalbedarf abzeichnen. Über den voraussichtlichen Personalbedarf ab dem zweiten Halbjahr 2019 wollen der Betriebsrat und die Geschäftsführung im Oktober 2018 beraten.

Ex-Saar-Ministerpräsident Oskar Lafontaine gilt als ein Wegbereiter für die Ansiedlung des Focus im Saarland.
Ex-Saar-Ministerpräsident Oskar Lafontaine gilt als ein Wegbereiter für die Ansiedlung des Focus im Saarland. FOTO: Werner Baum / dpa

Betriebsrat spricht von Erfolg für die Belegschaft

Markus Thal betont gegenüber unserer Zeitung, die erzielte Vereinbarung sei ein ,,großer Erfolg für die Belegschaft. Erstmals in der Geschichte des Werks Saarlouis konnte eine derart umfangreiche und auch eine in die Zukunft gerichtete mögliche Übernahmeverpflichtung erzielt werden." Dies sichere nicht nur den weiteren der Fortbestand des saarländischen Werks. Zugleich liege jetzt schon die Zahl der Beschäftigten auf einen Stand wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Focus-Vorbereitungen planmäßig

Insgesamt sind aktuell rund 7000 Mitarbeiter bei Ford beschäftigt, im angrenzenden Industriepark mit seinen Zulieferfirmen nochmals knapp 2000. Thal verweist zugleich darauf, dass die Vorbereitungen zum Start des neuen Modells weitgehend planmäßig laufen. Der Belegschaft werde sehr viel abverlangt, Für die Produktion des neuen Focus müssen zahlreiche Abläufe im Werk geändert und die Mitarbeiter geschult werden.