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Ford-Chef Mattes erwartet keinen Konflikt mit Zulieferern

Köln. Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes setzt weiter auf eine frühzeitige und intensive Einbindung der Zulieferer in die Entwicklung neuer Fahrzeuge. 70 Prozent der Wertschöpfung würden von Zuliefer-Betrieben erbracht. red

. Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes glaubt nicht, dass es bei Ford zu einem ähnlichen Konflikt kommen wird wie kürzlich zwischen Volkswagen und zwei seiner Zulieferer. "Wir haben rund 70 Prozent der gesamten Wertschöpfung durch unsere Lieferanten", sagte Mattes gestern im Interview der Woche im Deutschlandfunk . Man habe schon vor Jahren bewusst einen hohen Anteil an der Entwicklung neuer Fahrzeuge an die Zulieferer vergeben. "Den Prozess der Zusammenarbeit leben wir sehr intensiv. Und daraus hat sich ergeben, dass wir von der Produktentwicklung über die Fertigung mit unseren Lieferanten gemeinsam eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit gestalten", so Mattes. "Das zeigen uns auch die Umfragen, die wir bei unseren Lieferanten haben. Das bedeutet aber, dass man sich gegenseitig vertraut, dass man ein hohes Maß an Transparenz der Information und Kommunikation gegenseitig erlaubt und letztlich auch langfristige Beziehungen eingeht." Man könne zusammen vieles entwickeln, was über den Zyklus eines Fahrzeugs hinausgeht.


Es sei Prinzip von Ford, sich auch sehr frühzeitig über Veränderungen von Produktionszahlen und Ähnlichem abzustimmen, damit auch der Lieferant seine Produktionsplanung darauf ausrichten könne. Auch bei Ford gebe es die Bindung an einzelne Zulieferer in einem bestimmten Bereich. Mattes erwartet hier jedoch keine Probleme. Vom Brexit-Votum der Briten erwartet Mattes zunächst kaum Auswirkungen. Großbritannien ist einer der wichtigsten Auslandsmärkte auch für Ford Saarlouis. Es müsse weiter bei einem fairen Handel bleiben. Nachteilige Konsequenzen oder gar die Notwendigkeit, Investitionspläne in Europa zu ändern, sieht Mattes nicht.