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Mittelstand
Experte wirbt für mehr Innovationen

Saarbrücken. Kleine und mittelständische Unternehmen können für Forschung auf Mittel der EU zurückgreifen. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Bei der Forschungskompetenz hat das Saarland noch Potenzial, sagte gestern Patrick Rosar bei einer Veranstaltung der Standortagentur Saaris zu Fördermöglichkeiten von Land, Bund und EU in der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Saarbrücken. Rosar ist bei Saaris zuständig für die Beratung von Unternehmen, die Fördermöglichkeiten bei F&E-Projekten suchen. Was die Antragsstellung für solche Projekte angehe, sei das Saarland allerdings noch etwas schwach, sagte Rosar.



Genau hier setzt Jörg Scherer an, Managing Director bei der Eurice GmbH, die Unternehmen bei der Beantragung von EU-Förderungen berät und sie bei den Projekten begleitet. Das EU-Programm Horizon 2020, das seit 2014 am Markt ist und bis 2020 läuft, gebe auch mittelständischen Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, sich Forschungsprojekte zu fördern oder sogar vollständig finanzieren zu lassen. 80 Milliarden Euro hat die EU laut Scherer für die Innovationsförderung durch Horizon 2020 bereitgestellt. Viel Geld, um das allerdings auch zahlreiche Unternehmen konkurrieren. Für das Saarland gebe es als Zwischenbilanz bisher 87 Beteiligungen, 40,2 Millionen Euro seien für die Unternehmen eingeworben worden.

Das EU-Programm verfolgt drei Ziele: Einerseits soll die Wissenschafts-Exzellenz gefördert werden, andererseits die führende Rolle der Industrie ausgebaut werden. Und als drittes werden auch noch Themen rund um die gesellschaftliche Verantwortung unterstützt.

Für kleinere Unternehmen, die wenig Erfahrung mit EU-Förderungen haben, empfiehlt es sich Scherer zufolge, sich mit größeren Verbundpartnern zusammenzutun. Häufig sind dies Hochschulen, mit denen gemeinsam dann ein Projekt von der Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung verfolgt werden kann. Wenn ein Unternehmen dagegen eine Einzel-Förderung ohne Partner anstrebt, ist auch das möglich, allerdings müsse dann die Entwicklung des Produkts bereits abgeschlossen sein, sagt Scherer.

Die Voraussetzungen sind so unterschiedlich wie die Förderprogramme und die Erfolgsquoten. Bei Programmen mit 100-Prozent-Förderung sei die Erfolgsquote eines Förderantrags deutlich geringer, als wenn beispielsweise nur 50 Prozent gefördert würden. Unternehmen sollten sich deshalb für die Beantragung – in englischer Sprache – viel Mühe geben. Denn nur überzeugend ausgearbeitete Anträge hätten auch Aussicht auf Erfolg.