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Handelsstreit
EU droht USA mit Strafzöllen auf Whiskey und Motorräder

Brüssel. Die EU droht mit Strafzöllen auf Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder, sollten die Vereinigten Staaten zulasten europäischer Unternehmen ihren eigenen Stahlmarkt abschotten. „Wir sind bereit, schnell und angemessen zu handeln, wenn unsere Exporte von US-Handelsbeschränkungen beeinträchtigt werden“, kündigte der Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gestern an. Die EU sei der Ansicht, dass der Welthandel frei und fair sein sollte.

Konkrete Angaben zu den möglichen Vergeltungsmaßnahmen machte die Kommission nicht. Allerdings wird schon seit dem vergangenen Sommer an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, die als Reaktion auf Abschottungsmaßnahmen mit zusätzlichen Zöllen belegt werden könnten. Neben Whiskey und Motorrädern gehören demnach auch in den USA angebaute Kartoffeln oder Tomaten sowie Rum oder Orangensaft dazu. Zuerst hatte gestern die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) über die Liste berichtet


Hintergrund der EU-Planungen sind die Erwägungen der Regierung in Washington, zum Schutz der heimischen Wirtschaft hohe Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben und Mengenbeschränkungen einzuführen. Entsprechen diese nicht den Regeln der Welthandels­organisation (WTO), könnte die EU legal als Vergeltungsmaßnahme zusätzliche Einfuhrzölle auf US-Produkte erheben.

Kommissionspräsident Juncker hatte einen solchen Schritt bereits im vergangenen Sommer angedeutet. „America first“ kann nicht bedeuten, dass Europas Interessen an letzter Stelle kommen“, sagte er damals. Man sei bereit, „innerhalb von Tagen adäquat zu reagieren“.

(dpa)