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Nach harten Sparbeschlüssen
In der IHK-Vollversammlung rumort es

Saarbrücken. Die Tragweite der einschneidenden Sparbeschlüsse war vor der entscheidenden Sitzung am 25. September nicht bekannt, sagen die Kritiker. Sie fordern eine Sondersitzung.

(low) Bei den Mitgliedern der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) wächst die Unzufriedenheit über die Art und Weise, wie die harten Sparmaßnahmen, die in der letzten Sitzung am 25. September behandelt wurden, vermittelt worden sind. Der Einladung zur Vollversammlung sei die Tragweite der Beschlüsse nicht zu entnehmen gewesen.


Als Tagesordnungspunkt drei sei dort lediglich „Changemanagement-Prozess IHK 4.0“ aufgeführt gewesen. Es seien im Vorfeld keine Unterlagen zu diesem Tagesordnungspunkt verteilt worden, so die Kritiker. Bei eher unwichtigen Themen seien die Beschlussvorlagen jedoch stets detailliert und präzise. „So kann man mit Mitglieder der Vollversammlung nicht umgehen“, sagen die Kritiker. Sie fordern eine außerordentliche Versammlung, in der ausschließlich die harten Einschnitte, die der IHK drohen, beraten werden sollen.

In der Kritik stehen vor allem IHK-Präsident Hanno Dornseifer und der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Heino Klingen. Es dränge sich der Verdacht auf, dass beide die Beschlüsse in Abstimmung an der Vollversammlung vorbei „durch die kalte Küche durchboxen wollten“. Mit den übrigen Mitgliedern des Präsidiums sei gemeinsame Sache gemacht worden.



Das Konzept der Kammer sieht strenge Sparbeschlüsse vor, um das für 2018 erwartete Defizit von 2,1 Millionen Euro wieder auf Null zu drücken. Unter anderem soll die Zahl der Mitarbeiter sinken. Derzeit beschäftigt die IHK 120 Mitarbeiter künftig sollen es zehn Prozent weniger sein. Außerdem soll der geplante Neubau, der im hinteren Bereich des IHK-Areals hochgezogen werden sollte, verschoben werden.

Den meisten Unmut rufen jedoch die Pläne der IHK-Spitze hervor, die Zahl der Geschäftsbereiche von fünf auf drei zurückzufahren. Hinzu kommt, dass sich die bisherigen Geschäftsführer sowie interessierte Mitarbeiter der zweiten Führungsebene auf die übrig bleibenden Geschäftsführer-Jobs bewerben müssen. „Das haben diese Menschen, die der Vollversammlung immer engagiert und konstruktiv zuarbeiten, nicht verdient“, sagen erboste Mitglieder.

(low)