| 21:12 Uhr

Tausende im Ausstand
Erste Metaller-Streiks im Saarland

Warnstreik bei ZF in Saarbrücken FOTO: Von Becker&Bredel
Saarbrücken. Heute macht ZF in Saarbrücken und Neunkirchen den Anfang. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

In den Tarifauseinandersetzungen schaltet die IG Metall nun in den Streik-Modus. Im Saarland findet heute bei ZF in Saarbrücken und Neunkirchen ab neun Uhr der erste Streik statt. Bei Ford ist für morgen um neun Uhr sowie in der Nachtschicht ein Ausstand geplant. Iim Bezirk Homburg werden morgen Mitarbeiter bei Bosch, Bosch-Rexroth, Schaeffler und Hager die Arbeit niederlegen. In Homburg wird außerdem der Bundes-Chef der IG-Metall, Jörg Hofmann, zu einer Kundgebung um elf Uhr erwartet. In den kommenden Tagen werden weitere Streikaktionen folgen.


Auch bundesweit ist die Gewerkschaft vor dem Start der dritten Verhandlungsrunde mit Warnstreiks aktiv. Gestern war erneut der Autobauer Porsche in Stuttgart betroffen, wo am Morgen rund 3000 Beschäftigte die Arbeit niederlegten. Ausstände gab es auch in den übrigen Bundesländern.

Im Saarland findet heute bei ZF in Saarbrücken und Neunkirchen ab neun Uhr der erste Streik statt. (Symbolbild)
Im Saarland findet heute bei ZF in Saarbrücken und Neunkirchen ab neun Uhr der erste Streik statt. (Symbolbild) FOTO: dpa / Holger Hollemann


Am Donnerstag macht Baden-Württemberg den Auftakt zur nächsten Verhandlungsrunde. Im Bezirk Mitte, zu dem das Saarland gehört, ist am 18. Januar das nächste Gespräch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft geplant.

Die Gewerkschaft fordert in der aktuellen Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld sowie eine Option auf befristete Senkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Vor allem das Recht auf Teilzeit und ein Rückkehrrecht in Vollzeit liegt der IG Metall am Herzen: „Angesichts der Fachkräftemangels müssen Arbeitgeber flexibler auf die Wünsche ihrer Arbeitnehmer reagieren“, sagte Jörg Caspar, erster Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen. Von den Arbeitnehmern werde immer Flexibilität verlangt, wenn die Produktion das erfordert, sagt er. „Das darf aber keine Einbahnstraße sein.“ Die saarländischen IG-Metall-Vertreter fordern außerdem für das Saarland, wo mehr Metaller Schichtarbeit machen als im Bund, die Möglichkeit, zehn Freischichten bei 750 Euro Lohnausgleich pro Jahr zu machen. Das sei aus gesundheitlichen Gründen notwendig, sonst erreichten die Mitarbeiter das Rentenalter nicht.