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Erfolgreich mit alten Reifen

Alte Reifen, Kork und Leder – die Siegerfirma Profilschaffer hat daraus Recycling-Flip-Flops produziert. Für die Idee und ihre Präsentation konnten die Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Dillingen den ersten Preis bei der Schülerfirmenmesse Firmes einheimsen. Fotos: Rich Serra
Alte Reifen, Kork und Leder – die Siegerfirma Profilschaffer hat daraus Recycling-Flip-Flops produziert. Für die Idee und ihre Präsentation konnten die Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Dillingen den ersten Preis bei der Schülerfirmenmesse Firmes einheimsen. Fotos: Rich Serra
Neunkirchen. Die Schülerfirma Profilschaffer aus Dillingen hat beim überregionalen Wettbewerb Firmes den Sieg errungen. Jana Freiberger

Laute Freudenschreie hallten am Samstagabend durch das Neunkircher Saarpark-Center. Die jungen Unternehmer der Firma Profilschaffer hatten gerade den ersten Preis der sechsten überregionalen Schülerfirmenmesse Firmes gewonnen. Mit ihrer Geschäftsidee, aus alten Reifen, Kork und Lederresten Flip-Flops herzustellen, konnten sie die Jury überzeugen. Tolles Logo, überzeugende Präsentation, sehr gute Verkaufszahlen, lautete das Urteil.



Die Idee für die nachhaltigen Sommerschuhe haben die Schüler des Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasiums gemeinsam entwickelt. "Wir alle machen gerade den Führerschein. Da müssen wir uns auch mit Reifen beschäftigen", sagte Vorstandsmitglied Gina Knorst. Etwa 15 Paar Schuhe konnten die Profilschaffer am Samstag verkaufen. Außerdem gingen 30 Vorbestellungen ein.

Die Gründung von Schülerfirmen ist in vielen saarländischen Schulen Teil des Unterrichts - als Seminarfach oder als AG. Mit einem Grundkapital von 900 Euro müssen die Schüler ein Jahr lang ein Unternehmen betreiben und dabei die Bereiche Geschäftsführung, Marketing, Finanzen, Verwaltung, Vertrieb und Produktion abdecken. Bei der Geschäftsidee macht der Veranstalter Arbeits-Leben Wirtschaft Schule (Alwis) den Schülern keine Vorgaben.

Und die Kreativität kannte keine Grenzen: Die Schüler des KBBZ Neunkirchen präsentierten Turn- und Jutebeutel mit einem selbst designten Logo, das im Dunkeln leuchtet. Die Firma Your Time vertrieb Taschenkalender und Blöcke mit Holz- und Vinylcovern. Mit ihrer Geschäftsidee und ihrer Präsentation konnte besonders die Firma Wheel Nation überzeugen, die mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurden. Die Schüler der Integrierten Gesamtschule Morbach aus Rheinland-Pfalz machen aus alten Autoreifen Sitzmöbel. "Unsere Möbel sind multifunktional. Die Reifen sind nicht nur eine Sitzmöglichkeit, man kann darin auch Sachen verstauen", sagte Moritz Schabbach, der sich um die Verwaltung kümmert. Die Idee habe die Gruppe gemeinsam entwickelt. "Die Reifen müssen zuerst gesäubert werden. Dann wird Stoff zugeschnitten und an eine Holzplatte getackert, die dann auf den Reifen gesetzt wird", erklärte der Neuntklässler. Rund zehn ihrer Produkte konnte Wheel Nation bei der Messe verkaufen.

Den dritten Platz belegte die Firma Syndikaart aus Dillingen. Die Schüler, die wie die Sieger-Firma das Albert-Schweitzer-Gymnasium besuchen, präsentierten ein saarländisches Kartenspiel. Sie überzeugten die Jury mit ihrem professionellen Produkt und einer ausgefallenen Standpräsentation. "Wir haben ein Kartenspiel mit einem saarländischen Reiseführer verknüpft", sagte Vorstandsmitglied Lara Bauer. So sind beispielsweise auf Karten mit der Nummer acht, bekannte Städte zu sehen, auf Neuner-Karten sind Sehenswürdigkeiten abgebildet. Den Sonderpreis für soziales Engagement erhielt die Firma United Culture Bridge aus Rheinland-Pfalz, die Filme zum Thema Integration produziert.



19 Schülerfirmen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg haben sich bei der Schülermesse in Neunkirchen präsentiert. Die fünfköpfige Jury bewertete eine jeweils dreiminütige Präsentation der Firmen, den Stand sowie die Geschäftsidee der Firmen. Besuch bekamen die Firmen von Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. "Die Schüler überraschen mich jedes Jahr wieder mit ihrer Kreativität", sagte sie. Auch die Jungunternehmen, die nicht ausgezeichnet wurden, könnten stolz auf sich sein und wichtiges Wissen für ihr zukünftiges Berufsleben mitnehmen.

Knapp am ersten Preis vorbei: Die Schülerfirma Wheel Nation setzte ebenfalls auf Altreifen. Das Team aus Morbach in Rheinland-Pfalz verwandelte diese mit Farbe, Schaumstoff und Bezügen in interessante Sitzmöbel.
Knapp am ersten Preis vorbei: Die Schülerfirma Wheel Nation setzte ebenfalls auf Altreifen. Das Team aus Morbach in Rheinland-Pfalz verwandelte diese mit Farbe, Schaumstoff und Bezügen in interessante Sitzmöbel.