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Nach voreiligen Twitter-Tweets
Musk hat Ärger mit der Börsenaufsicht

Tesla-Gründer Elon Musk muss sich jetzt noch mit der US-Börsenaufsicht SEC auseinandersetzen.
Tesla-Gründer Elon Musk muss sich jetzt noch mit der US-Börsenaufsicht SEC auseinandersetzen. FOTO: dpa / Matt Sumner
New York. „Mister Tesla“ Elon Musk muss sich jetzt dafür verantworten, dass er die Aktien des Elektroauto-Bauers von der Börse nehmen wollte. dpa

Die mächtige US-Börsenaufsicht will Tesla-Chef Elon Musk aus Chefetagen amerikanischer Unternehmen verbannen. Die Behörde SEC wirft Musk in einer Klage vor, er habe falsche und irreführende Angaben gemacht, als er bei Twitter ankündigte, Tesla von der Börse zu nehmen. Musk bezeichnete die Klage als ungerechtfertigt, das Vorgehen der SEC mache ihn „tieftraurig und enttäuscht“. Die Aktie des Elektroauto-Herstellers fiel um rund zwölf Prozent.


Musk hatte Anfang August in einer Serie von Tweets angekündigt, er erwäge, Tesla zum Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse zu nehmen. „Finanzierung gesichert“, fügte er hinzu. Der Plan sorgte sofort für Argwohn, da er völlig überraschend kam und dafür sehr viel Kapital erforderlich gewesen wäre, das Tesla nicht hatte. Nach nur gut zwei Wochen wurde das Projekt dann – genauso unerwartet, wie es angekündigt wurde – wieder abgeblasen. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren und Ermittlungen der SEC. Das „Wall Street Journal“ berichtete, die SEC habe eigentlich eine Einigung mit Musk ausgehandelt – doch später  hätten aber seine Anwälte den Deal überraschend abgelehnt. Die Behörde habe dann die Klage vorbereitet und in New York eingereicht.

Die SEC beschuldigt Musk, Teslas Aktionäre wissentlich oder durch Leichtsinn in die Irre geführt zu haben. Während er öffentlich behauptet habe, einen Deal für einen Börsenabgang in der Tasche zu haben, seien Eckpunkte eines solchen Vorhabens wie der Kaufpreis in Wirklichkeit noch nicht einmal mit potenziellen Geldgebern diskutiert worden. Auch habe er nie recherchiert, ob eine größere Zahl von Anlegern tatsächlich nach dem Rück­zug von der Börse an Bord bleiben könnte – wie Musk es in seinen Tweets in Aussicht gestellt hatte.



Die Aufseher wollen Musk unter anderem richterlich verbieten lassen, Posten in der Chefetage oder in Verwaltungsräten börsennotierter Unternehmen zu halten. Musk konterte, er habe im Sinne von Wahrheit und Transparenz stets im besten Interesse der Anleger gehandelt. Der Verwaltungsrat von Tesla stellte sich hinter ihn.

Musk hielt zwar bis zuletzt an seiner Behauptung fest, dass „mehr als genug“ Finanzmittel vorhanden gewesen wären, um Tesla von der Börse zu nehmen. Eine Antwort darauf, wo das Geld hätte herkommen sollen, blieb aber aus. Es hatte nur informelle Gespräche mit dem staatlichen Investitionsfonds von Saudi-Arabien gegeben.

Auch abgesehen vom Chaos um die Privatisierungspläne von Tesla hatte sich Musk zuletzt vom größten Hoffnungsträger zur größten Belastung seiner Firma entwickelt. Der umtriebige Tech-Milliardär, der neben Tesla auch noch die Raketenfirma SpaceX, die Tunnelbohrgesellschaft Boring Company und etliche andere Projekte betreibt, stieß die Finanzwelt in den vergangenen Monaten oft genug mit seinen Eskapaden vor den Kopf. Erst räumte er gesundheitliche Probleme und Schlafmittelkonsum ein, dann rauchte er auch noch vor laufender Kamera einen Marihuana-Joint.

Zum merkwürdigen Verhalten Musks gehört auch eine Fehde mit einem britischen Taucher. Dieser hatte im Juli bei der dramatischen Rettung eines thailändischen Fußball-Teams mitgeholfen, das tagelang in einer überschwemmten Höhle eingeschlossen war. Musk hatte ihn als Pädophilen beschimpft und brockte sich damit eine Verleumdungsklage ein. Auch bei Tesla läuft es alles andere als rund: In den vergangenen Monaten verließen viele Top-Manager das Unternehmen, und die Produktionsziele beim neuen günstigeren Model 3 wurden erst Monate später erreicht.