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Verhandlungen über Übernahme im Saarland am Freitag
Einigung im Tarifstreit der Metaller in Baden-Württemberg

Über die genauen Übernahme-Modalitäten des Pilotvertrags im Saarland verhandeln am Freitag die hiesige IG-Metall und die Arbeitgeberverbände. (Symbolbild)
Über die genauen Übernahme-Modalitäten des Pilotvertrags im Saarland verhandeln am Freitag die hiesige IG-Metall und die Arbeitgeberverbände. (Symbolbild) FOTO: dpa / Daniel Reinhardt
Berlin/Saarbrücken. Nach hartem Ringen und ganztägigen Warnstreiks haben Arbeitgeber und Gewerkschaft für die Beschäftigten der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie einen Tarifabschluss erzielt. Der Vertrag mit einer Laufzeit von 27 Monaten sieht unter anderem ein sattes Gehaltsplus von 4,3 Prozent, Einmalzahlungen und flexible Arbeitszeitmodelle vor. Die Beschäftigten können darüber hinaus künftig für bis zu zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden absenken. Im Gegenzug dürfen Betriebe dann mit mehr Beschäftigten als bisher 40-Stunden-Verträge abschließen. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Über die genauen Übernahme-Modalitäten des Pilotvertrags im Saarland verhandeln am Freitag die hiesige IG-Metall und die Arbeitgeberverbände. Hans Peter Kurtz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Saarbrücken, zeigte sich aber schon heute zufrieden mit dem Ergebnis. Es seien „schwierige Verhandlungen“ gewesen. „Der Abschluss passt vom Volumen her, und wir haben es geschafft, dass sich die Arbeitgeberseite auf ein völlig neues Arbeitszeit-Modell eingelassen hat. Die Arbeitnehmer bestimmen künftig endlich über ihre Zeit.“


Die Arbeitgeber-Seite an der Saar sieht das durchaus anders. „Das ist natürlich Unsinn, denn Arbeitszeit ist schon immer mitbestimmungspflichtig und wird durch Betriebsvereinbarungen geregelt“, sagt Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie (ME) Saar Malter. Zudem würde die neue Arbeitszeitflexibilität „Konfliktpotenzial“ bergen. „Für jeden, der seine Arbeitszeit reduzieren will, muss es einen anderen geben, der die gleiche Qualifikation hat und mehr arbeiten möchte.“ Der IG- Metall wirft er daher vor, die Erwartungshaltung der Leute sehr hoch getrieben zu haben.

IG-Metaller Kurtz glaubt dennoch, dass dieses Ergebnis „Strahlkraft“ auf die Bundesrepublik habe. In Deutschland würden zu viele Arbeitgeber über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf reden, aber nicht liefern. „Dieser Vertrag schafft das endlich.“