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Kommentar
Ein Ritterschlag für Rehlinger

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wenn Nobilia tatsächlich dem Lisdorfer Berg als Standort den Zuschlag erteilt, ist das auch ein Ritterschlag für Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Wie oft musste sie sich anhören, dass sich auf saarländischen Gewerbegebieten nur wenig tut. Doch mehrfach hatte die Ministerin gebetsmühlenartig verkündet, man müsse erst große Flächen vorhalten, wenn man auch ein großes Unternehmen gewinnen will. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Für das Saarland spricht aus Sicht von Nobilia vieles. Der Bau auf einem Alternativgelände beim Stammwerk, das schon fast erschließungsreif dasteht, wird nicht nur durch einen Landeigentümer blockiert, es gab in der Planungsphase auch zahlreiche Bürgerproteste. Anders im Saarland. Hier würde das Unternehmen mit offenen Armen empfangen.


Und auch bei den Mitarbeitern hat das Land angesichts seiner jahrelangen Industrie- und Bergbautradition mehr zu bieten als andere Regionen. Im Saarland sind Mitarbeiter gewöhnt anzupacken. Und haben auch keine Probleme damit, das im Schichtbetrieb zu tun.

Vor rund fünfzig Jahren kamen mit Ford, ZF, Hörmann und Festo gleich mehrere Großunternehmen ins Saarland. Um sie herum hat sich eine reiche Zulieferwirtschaft aufgebaut. Mit der Ansiedlung des Küchenherstellers könnte nun ein weiterer Impuls abseits der Autoindustrie kommen – und der würde dem Land gut tun.