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Millionenauftrag
Ein Imagewechsel aus dem Saarland

Auftakt-Veranstaltung der neuen Mobilitätsmarke in Baden-Württemberg: Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) stellte im Dezember die „bwegt“-Kampagne vor.
Auftakt-Veranstaltung der neuen Mobilitätsmarke in Baden-Württemberg: Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) stellte im Dezember die „bwegt“-Kampagne vor. FOTO: Ralf Schmitt / Agentur Statement
Saarbrücken. Die Saarbrücker Agentur Statement macht eine Kampagne in Baden-Württemberg. Von Dennis Langenstein

Das Bundesland Baden-Württemberg hat im Dezember eine neue Mobilitätskampange gestartet.  Die Nahverkehrszüge erhalten ein neues Design und Logo. Die Fahrzeugflotte wird modernisiert. Die Vision der „bwegt“-Kampagne ist ein Imagewandel des ÖPNV, der zu einem großen Teil von Kreativen aus dem Saarland kommen soll.



Denn die Agentur Statement aus Saarbrücken mit 30 Mitarbeitern, im Saarland unter anderem bekannt durch den neuen Markenauftritt der SV 07 Elversberg, hat sich mit dem Stuttgarter Werbe-Unternehmen Beaufort 8 zusammengetan, um die Kampagne in die Köpfe der Menschen zu bringen. „Das Ziel ist eine einheitliche Marke, vom Ticket bis zum Zug“, sagt Statement-Geschäftsführer Ralf Schmitt. 16,3 Millionen Euro Etat werde hierfür in den nächsten fünf Jahren vom baden-württembergischen Verkehrsministerium zur Verfügung gestellt. Arbeit und Ertrag werden gleichwertig unter den Unternehmen geteilt. „Hierfür haben wir eine gemeinsame GmbH gegründet“, sagt Schmitt. Dabei setzten sich die Saarländer, die ihren Sitz seit 1995 auf dem Innovations-Campus in Saarbrücken haben, mit ihren Stuttgarter Partner gegen Konkurrenten aus ganz Europa durch. „Wir haben uns über 20 Jahre eine Fachkompetenz zum Thema öffentlicher Nahverkehr aufgebaut“, erklärt Schmitt. So habe die Agentur schon früh in der eigenen Firmengeschichte mit der Deutschen Bahn zusammengearbeitet. Damals allerdings noch unter dem Namen Haag Marketing & Design GmbH. Nach dem Rückzug des Firmengründers und Gesellschafters Norbert Haag aus dem operativen Geschäft kam es 2015 zur Namensänderung. Seitdem führt Schmitt als geschäftsführender Gesellschafter mit der Unterstützung der Projektleiterin Marina Fluck die Agentur.

„Die Herausforderung ist die Zusammenarbeit“, sagt Schmitt mit Blick auf die räumliche Distanz zu den Stuttgarter Kollegen. Nach dem Zuschlag haben die beiden Agenturen sich zunächst bei einem gemeinsamen Team-Meeting in Landau abgestimmt. „Es ging um die Mentalität, die Stile und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie der Kunde betreut und die Zusammenarbeit gefördert werden kann“, sagt Schmitt. Für den persönlichen Kontakt ist dennoch ein Mitarbeiter aus Saarbrücken vor Ort in Stuttgart. Die restlichen Absprachen erfolgen mit speziellen Chat-Programmen für Unternehmen und über Video-Telefonie. „Es geht darum, Kreativität und Technologie zusammenzuführen“, sagt Schmitt.

Das gelte jedoch nicht nur für dieses eine Projekt: „Die Agenturen sind derzeit in einem spannenden Umbruchprozess.“ Die klassische Werbung dürfe man nicht aus dem Auge zu verlieren, müsse den Kunden jedoch innerhalb der neuen Medienwelt eine Orientierung geben. „Ein  Konzept muss vielfältige Kanäle mit einbeziehen und ganzheitlich betrachtet werden“, sagt er. Die verschiedenen Kanäle sollen dann nach Möglichkeit zusammenspielen. Eine Organisationsarbeit, die Schmitt auch gern  „orchestrieren“ nennt.


Statement-
Geschäftsführer Ralf Schmitt
Statement- Geschäftsführer Ralf Schmitt FOTO: Ralf Schmitt / Agentur Statement