| 20:24 Uhr

Konjunktur
Saar-Wirtschaft beginnt zu schwächeln

Ein Mitarbeiter an einer Metallpresse: Die Umsätze im Maschinenbau sind im Saarland in den ersten drei Quartalen des Jahres um 9,1 Prozent eingebrochen.
Ein Mitarbeiter an einer Metallpresse: Die Umsätze im Maschinenbau sind im Saarland in den ersten drei Quartalen des Jahres um 9,1 Prozent eingebrochen. FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Saarbrücken/München. Die Konjunktursignale werden schwächer. Auch an der Saar trübt sich die Stimmung der Unternehmen wieder deutlich ein. Von Joachim Wollschläger und dpa
Joachim Wollschläger

Massive Umsatzeinbrüche in mehreren Branchen lassen zunehmend vermuten, dass die Jahre stabiler Zuwächse langsam zu Ende gehen. In der Saarindustrie gab es teils gravierende Rückgänge bei den Erlösen. Nach Angaben der saarländischen Industrie- und Handelskammer hat der Maschinenbau in den ersten drei Quartalen 9,1 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahrenszeitraum. In der Nahrungsmittelindustrie betrugen die Rückgänge 2,6 Prozent und im Fahrzeugbau 1,1 Prozent. Insgesamt liegen die Industrieumsätze nach IHK-Angaben 0,2 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau.


Und auch die Stimmung der Unternehmen trübt sich ein – nicht nur an der Saar. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im November um 0,9 Punkte auf 102,0 Zähler, teilte das Münchner Forschungsinstitut gestern mit. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer ist damit den dritten Monat in Folge gesunken. Dies gilt unter Ökonomen als Hinweis auf eine konjunkturelle Wende.

In der Saar-Wirtschaft bewerten zwar noch 46 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut sowie weitere 46 Prozent als befriedigend. Doch ihnen fehlen die entscheidenden Impulse für mehr Schwung. Entsprechend vorsichtig schätzen sie ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate ein. Der IHK-Erwartungsindikator gab gegenüber dem Vormonat 2,6 Punkte ab und liegt nunmehr mit 1,1 Zählern nur noch knapp über der Nulllinie. „Die Meldungen der Unternehmen signalisieren, dass die Saarwirtschaft derzeit nur noch in Trippelschritten vorankommt.“



Schon in den vergangenen Wochen mehrten sich die Hinweise auf eine sich abkühlende Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Zum letzten Mal war die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr 2015 rückläufig.

Auch der Ölpreis spiegelt eine wachsende Unsicherheit wider. Seit seinem Hoch im Oktober ist der Preis für ein Barrel (158 Liter) der Nordsee-Sorte Brent von 85 Dollar auf 60 Dollar gesunken – ein Zeichen dafür, dass auch die Weltwirtschaft kriselt.