| 20:44 Uhr

Kommentar
Die Kommission macht es richtig

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die EU-Kommission setzt bei ihren Vorschlägen für eine grundlegende Reform der Euro-Zone andere Akzente als der französische Präsident Emmanuel Macron.  Er schlägt einen eigenen Haushalt und ein eigenes Parlament für die Euro-Zone vor.

Damit würde er einen weiteren Keil treiben zwischen die acht Länder wie Polen, Tschechien und Ungarn, die nicht mit dem Euro zahlen, und den 19 Mitgliedern der Währungsunion. Das Europa der zwei Geschwindigkeiten würde so zementiert. Die Kommission geht einen anderen Weg: Sie will den EU-Club der  27 zusammen halten und möglichst viele Nicht-Euro-Länder für die gemeinsame Währung gewinnen. Das ist der richtige Ansatz. Sie setzt darauf, dass für die anderen die Mitgliedschaft in der Euro-Zone zunehmend attraktiver wird. Wenn die Euro-Zone ihren Job gut macht, wird sie vor allem nach einem vollzogenen Brexit eine Sogwirkung auf die kleinen EU-Mitgliedstaaten ausüben, auch dem Verein anzugehören.