Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 21:36 Uhr

Konjunktur
Deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Die Exporte gehen angesichts eines schwächelnden Außenhandels zurück.
Die Exporte gehen angesichts eines schwächelnden Außenhandels zurück. FOTO: dpa / Daniel Bockwoldt
Wiesbaden. Das Dauerwachstum schwächt sich ab. Handelsstreit, hoher Ölpreis, schleppender Export – viele Faktoren belasten die Konjunktur. Von Friederike Marx

(dpa) Es ist ein Dämpfer für das deutsche Konjunkturwunder: Gebremst vom schwächelnden Außenhandel ist die Wirtschaft im ersten Quartal 2018 nur halb so stark gewachsen wie Ende vergangenen Jahres. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt gestern nach einer ersten Schätzung mit.

Trotzdem rechnen Ökonomen nicht mit einem Ende des Aufschwungs: „Nun ist leichtere Wachstumskost angesagt – aber bislang noch keine Diät“, sagte VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Manche Experten sehen aber wachsende Risiken für Europas größte Volkswirtschaft, vor allem angesichts der von den USA angeheizten Handelskonflikte und gestiegener Ölpreise.

15 Mal in Folge war das BIP im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. „Das ist die längste Aufschwungphase seit 1991„, erklärte die Wiesbadener Behörde. Allerdings schwächelte Deutschland auch im europäischen Vergleich. Im Euroraum wuchs die Wirtschaft nach Angaben des Statistikamtes Eurostat im ersten Quartal mit 0,4 Prozent etwas stärker als in der Bundesrepublik.

Bremsspuren hinterließ vor allem der Außenhandel. Importe und Exporte sanken im Vergleich zum Vorquartal. „Das stützt unsere Einschätzung, dass die deutsche Wirtschaft gegenwärtig unter dem starken Euro leidet, der in den zurückliegenden zwölf Monaten um neun  Prozent aufwertete und die hierzulande produzierten Güter aus Sicht ausländischer Kunden verteuerte“, argumentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Auch vielen der 30 Dax-Konzerne verdarb der starke Euro den Start ins Jahr 2018. Insgesamt sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent auf zusammengerechnet rund 343 Milliarden Euro, wie aus einer Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmen EY hervorgeht. In der Summe habe der starke Euro zu Umsatzeinbußen von fast 15 Milliarden Euro geführt.

Erstmals seit knapp fünf Jahren sanken den Statistikern zufolge auch die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen. Das dämpfte das Wirtschaftswachstum ebenfalls.

Getragen wurde die Konjunktur von den Investitionen der Unternehmen in Maschinen und andere Ausrüstungen sowie dem Bauboom. Auch die Verbraucher sind weiter in Konsumlaune, denn die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig. „Die Hauptstütze des aktuellen Aufschwungs steht damit noch“, sagte Bayern-LB-Analyst Stefan Kipar.

Der Syrien-Konflikt und die Handelspolitik der USA hatten zuletzt zwar leicht auf die Konsumstimmung der Menschen in Deutschland gedrückt. Dennoch sind die Verbraucher nach Angaben der GfK-Konsumforscher nach wie vor bereit, ihre Geldbeutel für Anschaffungen zu öffnen.

„Zu der schwachen Entwicklung im ersten Quartal haben auch eine Reihe von Sonderfaktoren wie Streiks, die Grippewelle und Kalendereffekte beigetragen. Die Vorzeichen für die deutsche Konjunktur sind aber grundsätzlich gut“, erläuterte der Geschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben.

Manche Ökonomen halten Wachstumsraten von mehr als zwei Prozent in diesem Jahr aber für schwierig. Die Bundesregierung rechnete zuletzt für das laufende Jahr mit einem Plus von 2,3 Prozent und für das kommende Jahr mit 2,1 Prozent. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in Deutschland um 2,2 Prozent gewachsen.

Sorgen bereiten schwelende Handelskonflikte. „Hierin liegt tatsächlich ein Konjunkturrisiko – ja letztlich sogar ein Risiko für Wachstum und Wohlstand“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann jüngst.

Ähnlich sehen das Finanzexperten, deren Konjunkturerwartungen wegen politischer Risiken weiter getrübt bleiben. Als Gründe nennen sie das labile Atomabkommen mit dem Iran , den US-Handelsstreit und steigende Ölpreise.