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Flugausfälle
Deutsche Ryanair-Piloten streiken morgen

Morgen wird es schwierig, vom Flughafen Hahn mit Ryanair in den Urlaub zu starten. Der Airport ist auch von den Streiks betroffen.
Morgen wird es schwierig, vom Flughafen Hahn mit Ryanair in den Urlaub zu starten. Der Airport ist auch von den Streiks betroffen. FOTO: dpa / Thomas Frey
Frankfurt. Mitten in der Urlaubszeit spitzt sich der Tarifkonflikt beim irischen Billigflieger zu. Europaweit fallen am Freitag 400 Flüge aus. Von Christian Ebner

Ryanair-Passagiere müssen sich wegen eines Pilotenstreiks auf massive Flugausfälle und Verspätungen gefasst machen. Die Airline hat für morgen europaweit rund 400 Flüge abgesagt, von denen 250 auf Deutschland entfallen. Insgesamt seien in Deutschland 42 000 Kunden betroffen, in Europa insgesamt rund 55 000. Sie müssten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen, erklärte gestern Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs. Die Betroffenen sollten sämtlich per E-Mail oder SMS individuell benachrichtigt werden.


Zuvor hatte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) alle angestellten Piloten an den deutschen Ryanair-Basen zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen. Dieser soll am Freitag um 03.01 Uhr beginnen und bis Samstag früh dauern. Die VC schloss sich damit den bereits zuvor angekündigten Ausständen ihrer Kollegen in Irland, Schweden und Belgien an.

Ryanair strich daraufhin nahezu das komplette Programm, das morgen mit den in Deutschland stationierten Maschinen geplant war. Eine Ausnahme ist der Flughafen Baden-Baden mit einem guten Dutzend Flügen, zu denen sich die dortigen Piloten bereit erklärt hätten. Wie viele Flüge genau an den einzelnen Flughäfen ausfallen, wollte Ryanair nicht mitteilen. Damit ist offen, wie viele Passagiere am Flughafen Hahn betroffen sind.



Es seien auch nicht sämtliche Flüge von und nach Deutschland abgesagt, sagte Jacobs. Stammten Jet und Crew beispielsweise aus dem nicht bestreikten Spanien, werde der Flug wie geplant stattfinden: „Mit rund 2000 Verbindungen wird Ryanair auch am Freitag die größte europäische Airline sein.“ Etwa jeder dritte deutsche Kunde könne seinen Flug antreten, sagte Betriebschef Peter Bellew. Jacobs kritisierte die VC scharf dafür, dass sie ihren Streik nicht sieben Tage zuvor angekündigt hatte. „Eine Frist von 40 Stunden mitten im August führt nur dazu, den Urlaub unschuldiger Familien zu zerstören.“ Er gehe davon aus, dass der Flugbetrieb am Samstag wieder normal laufe. Den wirtschaftlichen Schaden bezifferte er nicht.

Allgemein gestalten sich in der Hochsaison Umbuchungen schwierig, weil kaum freie Plätze vorhanden sind. Weitere Entschädigungen neben dem Ticketpreis oder einem Ersatzflug lehnt Ryanair ab, weil die Streiks nicht in der Macht der Gesellschaft lägen. Zu dieser Frage streben einige Flugrechteportale eine Musterklage an. Katrin Basenach, Direktorin des Europäischen Verbraucherzentrums Luxemburg, rät betroffenen Verbrauchern ausdrücklich, neben der Erstattung des Ticketpreises für annullierte Flüge auch eine Entschädigung, die je nach Reichweite des Fluges zwischen 250 und 600 Euro betragen kann, bei der Fluggesellschaft schriftlich geltend zu machen.

Die abgestimmte Aktion in vier Ländern ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten zudem streikende Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100 000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

Vor zwei Wochen hatten zudem streikende Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100 000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angedroht.