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Deutsche Bank muss Millionenstrafe zahlen

Washington. Wieder einmal hat eine US-Aufsichtsbehörde der Deutschen Bank eine Strafe aufgebrummt. Über Jahre habe das Institut gegen Regeln der Vertraulichkeit verstoßen, lautet der Vorwurf der Aufseher. afp/dpa/mzt

Die Deutsche Bank wird in den USA erneut wegen Regelverstößen zur Rechenschaft gezogen. Gegen das größte deutsche Geldhaus sei eine Strafe in Höhe von 12,5 Millionen Dollar (11,3 Millionen Euro) verhängt worden, weil sie unerlaubt vertrauliche Informationen verbreitet hat, teilte die US-Aufsichtsbehörde Finra mit. Der Betrag ist zwar winzig im Vergleich zu den 2,5 Milliarden Dollar, die sie in den USA wegen ihrer Beteiligung an der Manipulation des wichtigen Zinssatzes Libor zahlen musste. Doch diese 12,5 Millionen Euro sind nach Darstellung von "Spiegel online" die höchste Strafe, die je in einem solchen Fall von Verstößen gegen die Vertraulichkeit verhängt wurde.



Die US-Finanzaufsicht wirft der Deutschen Bank mangelnde Kontrolle über sensible Daten vor, die über ein bankinternes Lautsprechersystem ausgetauscht worden sein sollen. Über diese Anlage werden Informationen zum Handel mit Aktien oder von den Analysten der Bank übertragen. Sie sind für die Händler bestimmt, die auf diese Weise schnell reagieren können. Bei der Deutschen-Bank-Tochter in den USA konnten von 2008 bis 2014 aber auch Mitarbeiter der Vermögensabteilung diese Finanznachrichten hören. Die Deutsche Bank habe zahlreiche Hinweise aus ihren eigenen Abteilungen erhalten, dass dies nicht in Ordnung war, habe sie aber ignoriert, erklärte die Finra. Das Geldinstitut habe die Vorwürfe weder zugegeben noch abgestritten - es sei aber eine Übereinkunft erzielt worden. Auch habe das Institut der Behörde zugesichert, die Kontrollmechanismen so zu überarbeiten, dass die US-Gesetze eingehalten werden. Ein Sprecher der Bank in Frankfurt lehnte einen Kommentar zu dem Fall ab.

Die Deutsche Bank ist weltweit insgesamt in 7800 Rechtsstreitigkeiten verwickelt und hält zur Finanzierung von Prozesskosten aktuell 5,4 Milliarden Euro vor. Im vergangenen Jahr hatten die milliardenschweren Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten einen erheblichen Anteil daran, dass das Geldinstitut einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro verbuchen musste.