| 20:46 Uhr

Zuwanderung
Demos für und gegen Flüchtlinge in Cottbus

Cottbus. Es sollte eine Art Befreiungsschlag werden. Das brandenburgische Cottbus, das seit Wochen wegen einer Ballung von Übergriffen zwischen Deutschen und Flüchtlingen in den Schlagzeilen ist, geht für ein Leben ohne Angst und für Weltoffenheit auf die Straße. Doch nur Stunden später bietet sich am Samstag ein gegensätzliches Bild. Einen Steinwurf entfernt gibt es eine andere Demonstration – gegen Zuwanderung. Sie zieht weitaus mehr Teilnehmer an.

Es sollte eine Art Befreiungsschlag werden. Das brandenburgische Cottbus, das seit Wochen wegen einer Ballung von Übergriffen zwischen Deutschen und Flüchtlingen in den Schlagzeilen ist, geht für ein Leben ohne Angst und für Weltoffenheit auf die Straße. Doch nur Stunden später bietet sich am Samstag ein gegensätzliches Bild. Einen Steinwurf entfernt gibt es eine andere Demonstration – gegen Zuwanderung. Sie zieht weitaus mehr Teilnehmer an.


Die Stimmung dort? Groll und angestaute Wut tragen viele der Rentner, Ehepaare, jungen Männer und Frauen offen vor sich her. Viele schimpfen über Flüchtlinge. Teilnehmer kommen nicht nur aus Cottbus, sondern auch aus anderen Regionen Brandenburgs und aus Sachsen. Unter die Demonstranten an der Oberkirche mischen sich laut Polizei vereinzelt auch Rechtsextreme. Während Beobachter von mindestens 2000 Teilnehmern ausgehen, spricht der Veranstalter von mindestens 5000. Die Polizei nennt keine Zahl. 

Stunden früher: Auf den Altmarkt als Herzstück der Stadt zieht es zu Beginn der Demo für Weltoffenheit geschätzt mehr als 600 Menschen. Im Verlauf werden es nach Schätzungen von Beobachtern einige hundert mehr. Ein Flüchtling hat die Demonstration angemeldet. Immer wieder ist zu hören: Cottbus ist keine fremdenfeindliche Stadt. Man wolle friedlich zusammenleben und ein Zeichen setzen, betonen viele. Ein Flüchtling verteilt Rosen. 

In Cottbus war die Stimmung zuletzt aufgeheizt: So stoppte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) Mitte Januar den Zuzug weiterer Flüchtlinge in die Stadt.