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Digitalisierung
Computer können im Saarland immer mehr Jobs übernehmen

Saarbrücken. Die Digitalisierung verändert zunehmend die Arbeitswelt. Saar-Unternehmen und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sehen darin Chancen. Von SZ/red

Roboter und selbstlernende Computerprogramme verändern zunehmend die Arbeitswelt – im Saarland vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Finanzbereich, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Allerdings sehen Vertreter der saarländischen Wirtschaft darin keine Gefahr für den Standort und den massenweisen Verlust von Arbeitsplätzen.


Martin Schlechter, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes, macht die Entwicklung keine Angst: „Ich sehe in der Digitalisierung Chancen.“ Das Saarland sei gut gewappnet. „Die neuen computergesteuerten Maschinen müssen konstruiert und gesteuert werden – in diesen Bereichen können viele neue Arbeitsplätze entstehen.“

Bank-1-Saar-Chef Carlo Segeth betont ebenso die Chancen: „Im digitalen Bereich entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen der Informationstechnologie, Infrastruktur, Zahlungsverkehrsleistungen, der Steuerung und im Marketing.“ Auch Dillinger Hütte und Saarstahl sehen Potenzial, wie Ines Oberhofer, Sprecherin der Stahl-Holding-Saar, bekräftigt. „Wir bilden unsere Mitarbeiter entsprechend weiter und qualifizieren sie, damit ihnen die neuen Aufgaben und Veränderungen so leicht wie möglich fallen.“



Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) verweist ebenfalls auf die Chancen für neue Beschäftigung. Die Landesregierung habe 2016 Leitlinien für den Umgang mit dem Thema Wirtschaft 4.0 entwickelt. Mit den Kompetenzzentren „Power 4 Production“ und „Mittelstand 4.0“ gebe es entsprechende Angebote.

Die Studie des IAB kommt jedoch zu der Auffassung, dass immer mehr Beschäftigte durch Computer und Roboter ersetzbar sind. Demnach arbeiteten 2013 noch rund 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Saarland in Berufen, in denen die meisten Tätigkeiten Computer oder computergesteuerte Maschinen erledigen könnten. Nach neuesten IAB-Zahlen von 2016 sind es inzwischen 30 Prozent der Beschäftigten.