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Landesverband Verkehrsgewerbe
Stefanie Koch steuert künftig den Landesverband Verkehrsgewerbe

Stefanie Koch übernimmt zum Jahresbeginn die Geschäftsführung des Landesverbandes Verkehrsgewerbe von Claus-Thomas Bodamer
Stefanie Koch übernimmt zum Jahresbeginn die Geschäftsführung des Landesverbandes Verkehrsgewerbe von Claus-Thomas Bodamer FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken (jwo) Wie lässt sich dem Fahrermangel im Speditionsgeschäft begegnen? Was bedeutet die Digitalisierung für die Transportwirtschaft? All das sind Fragen, mit denen sich künftig Stefanie Koch beschäftigen muss. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Sie übernimmt zum Jahreswechsel die Geschäftsführung des Landesverbandes Verkehrsgewerbe im Saarland von Claus-Thomas Bodamer.


Gestern wurde der 65-Jährige feierlich nach 30 Jahren an der Spitze des Verbandes verabschiedet. Bodamer, der noch in Zeiten in den Verband kam, als es für den Güterverkehr kontingentierte Genehmigungen gab und als Transporte nach festgelegten Tarifen berechnet wurden, hat einen extremen Wandel der Branche begleitet: zum Beispiel den massiven Wettbewerb, den Wiedervereinigung und Osterweiterung mit sich brachten sowie die Einführung der Lkw-Maut. Die Veränderungen der Branche habe manch einen Unternehmer schlagartig einen Großteil seines Umsatzes gekostet.

Bis heute seien die Auswirkungen dieser Krise zu spüren, sagte Bodamer. Der Fahrermangel, der nun auch seine Nachfolgerin beschäftigen wird, sei eine Folge dieser Krise. Denn die Unternehmen mussten abspecken, effizienter werden. Fahrer bekamen längere Arbeitszeiten bei gleichzeitig weniger Geld.



Für die 32-jährige neue Geschäftsführerin geht der Wandel nun weiter: Aktuell beschäftigt sie sich mit der Frage, wie man Fahrer aus Drittländern anwerben kann. Aber auch weitere Themen stehen an: Der Fahrermangel bringt mit sich, dass zeitnahe Lieferungen schwieriger werden. „Just-in-time-Lieferungen funktionieren nicht mehr“, sagte Bodamer. Unternehmen müssten wieder Puffer-Lager aufbauen.

Bei den Themen E-Mobilität für Lkw oder autonomes Fahren ist Bodamer pragmatisch. Auf der Langstrecke werde der Diesel lange unschlagbar sein. Elektro-Laster seien nur etwas für den Stadtverkehr. Und den Vorteil autonom fahrender Lkw sieht er nur bedingt. Denn ohne eigene Fahrer könnten Lkw schon heute von Stadt zu Stadt kommen: auf der Schiene.