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Handelsstreit
China und USA nähern sich wieder an

In den vergangenen Monaten hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China mit immer neuen Strafzöllen zunehmend verhärtet.
In den vergangenen Monaten hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China mit immer neuen Strafzöllen zunehmend verhärtet. FOTO: dpa / Andy Wong
Peking/Washington. Im Handelsstreit zwischen den beiden mächtigsten Wirtschaftsnationen zeichnet sich nach einem Telefongespräch eine Lösung ab. dpa

Nach Monaten der Konfrontation im Handelsstreit haben die USA und China ein Signal der Entspannung gesendet. US-Präsident Donald Trump will den Konflikt mit China nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg noch in diesem Monat aus der Welt schaffen. Zum Treffen der G20-Staaten Ende November wolle er ein Handelsabkommen mit dem Präsidenten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, Xi Jinping, abschließen, hieß es. Trump habe bereits Regierungsmitarbeiter mit der Ausarbeitung von Details beauftragt. Die Staats- und Regierungschef der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer kommen am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zusammen.


Auslöser der Entspannung sei ein Telefonat mit Xi Jinping am Donnerstag gewesen, dem ersten Gespräch der beiden Präsidenten seit sechs Monaten. Trump selbst hatte das Gespräch als „lang und sehr gut“ bezeichnet und sich über Twitter positiv zum Verlauf der Gespräche über ein Handelsabkommen geäußert.

Auch das Außenministerium in Peking nannte das Telefonat „extrem positiv“. Beide Präsidenten waren sich demnach einig, den Konflikt durch „umfassende Konsultationen“ zu lösen und den wirtschaftlichen Austausch beider Länder zu stärken, sagte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang. Xi Jinping sei „sehr glücklich“, wieder mit Trump gesprochen zu haben, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.



Die Hoffnung auf ein Ende des monatelangen Zollstreits beflügelte am Freitag die Börsen weltweit. Der Streit hatte zuletzt auch die Stimmung von Anlegern in den USA eingetrübt, wo am 6. November Kongresswahlen stattfinden. Ökonomen fürchten, dass ein anhaltender Konflikt schwerwiegende Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte. Trump ist das enorme US-Handelsdefizit im Warenverkehr mit China ein Dorn im Auge. Auch wirft er Peking Dumpingpreise sowie Technologiediebstahl vor.

Das Defizit der US-Handelsbilanz war im September weiter gestiegen. Der Einfuhrüberschuss mit China kletterte sogar auf ein neues Rekordhoch, zeigen Zahlen des amerikanischen Handelsministeriums. Demnach stieg der Überschuss der Einfuhren über die Ausfuhren auf 40,2 Milliarden Dollar. Mit dem Rest der Welt verzeichneten die USA ein Handelsdefizit von 54,0 Milliarden US-Dollar – 0,7 Milliarden Dollar mehr als im Vormonat und auch etwas mehr, als Analysten erwartet hatten.

Nachdem Washington den Streit begonnen hatte, haben sich beide Seiten mit immer neuen Runden gegenseitiger Strafzölle überzogen. Washington verhängte Zusatzzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar und damit etwa die Hälfte aller Einfuhren aus der Volksrepublik. China hat sich unter anderem mit Zöllen auf Importe aus den USA, vor allem im Agrarsektor, zur Wehr gesetzt.

Neben dem Handelsstreit hat Peking wirtschaftlich auch intern Baustellen: Die Industrieproduktion wächst seit fünf Monaten in Folge langsamer. Der Kampf gegen Verschuldung und Finanzrisiken verteuert Kredite für Unternehmer. Das Wachstum im Einzelhandel wird schwächer. Autoverkäufe fielen im September den dritten Monat in Folge und könnten in diesem Jahr erstmals in fast drei Jahrzehnten sogar zurückgehen. Die Führung in Peking hat Steuererleichterungen und andere Hilfen für Firmen in Aussicht gestellt, um den wirtschaftlichen Abschwung aufzufangen.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs in den vergangenen drei Monaten mit 6,5 Prozent langsamer als erwartet. So schwach war Chinas Wirtschaftswachstum zuletzt Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.