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Handelsstreit
China droht USA mit Gegenangriff

Container stapeln sich im Hafen der Millionenstadt Guangzhou.
Container stapeln sich im Hafen der Millionenstadt Guangzhou. FOTO: dpa / Ao Shiji
Peking. Der Handelskonflikt steht vor einer neuen Eskalation. Die Finanzmärkte in China gehen auf Talfahrt. dpa

Vor der möglichen Ankündigung neuer US-Strafzölle hat China vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts gewarnt. Geng Shuang, eine Sprecherin des Pekinger Handelsministeriums, bekräftigte gestern, dass die Volksrepublik mit „Gegenmaßnahmen“ reagieren werde, sollten die USA weitere Strafzölle gegen China verhängen. Man werde sich „entschlossen verteidigen“, hieß es. An den Börsen des Landes machte sich weitere Verunsicherung breit. Der  Shanghai Composite beendete den Handel gestern mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2651 Punkten. Damit rutschte die chinesische Leitbörse auf den tiefsten Stand seit vier Jahren.


US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seine Bereitschaft erkennen lassen, den Handelsstreit mit China auf eine neue Eskalationsstufe zu treiben. Die „Washington Post“ meldete, Trump habe die Entscheidung getroffen, Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden US-Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent zu belegen. Dieser Schritt solle in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben werden. Damit wären die Hälfte aller Importe aus China mit Extrazöllen belegt. Betroffen wären unter anderem Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Spielwaren. Die US-Importeure befürchten eine massive Verteuerung von Waren im Inland.

Trump seinerseits hatte angedroht, die Zollschraube im Handelsstreit mit Peking noch weiter anzuziehen und Einfuhren im Wert von weiteren 267 Milliarden Dollar mit Sonderabgaben zu belegen. Dann würden solche Zölle praktisch alle Wareneinfuhren aus China treffen.



China erwägt im Handelsstreit nun, das Gesprächsangebot der US-Regierung über drohende Strafzölle auszuschlagen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf hochrangige Vertreter, die mit den Gesprächen vertraut sind. China werde nicht mit vorgehaltener Pistole verhandeln, hieß es.

Beide Länder haben sich bereits mit Strafzöllen auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Milliarden US-Dollar überzogen. Peking hatte bereits angekündigt, im Falle neuer US-Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zusätzliche Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar zu erheben.

Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA Vergeltung zu üben, sind jedoch begrenzt: Die USA führen nur Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus. Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnte etwa US-Unternehmen wie Starbucks, Apple oder Nike, die enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.