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Öffentlicher Nahverkehr
Busfahrer der kommunalen Betriebe stimmen für Streik

Beim Warnstreik im September hatten Beschäftigte der Saarbahn den Betrieb lahmgelegt.
Beim Warnstreik im September hatten Beschäftigte der Saarbahn den Betrieb lahmgelegt. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken . In den Tarifverhandlungen heute Nachmittag kann ein unbefristeter Ausstand noch abgewendet werden. Von Volker Meyer zu Tittingdorf
Volker Meyer zu Tittingdorf

Die Streikdrohung in dem Tarifstreit bei den kommunalen Verkehrsunternehmen im Saarland ist schärfer geworden. Die Mitarbeiter haben in der Urabstimmung für einen Arbeitskampf votiert. „Wir hatten 84 Prozent Wahlbeteiligung und eine Zustimmung zu einem Streik von knapp 93 Prozent“, sagte gestern Christian Umlauf, der bei Verdi für den Bereich Verkehr zuständig ist. „Das Ergebnis gibt großen Rückhalt für die Verhandlungen.“ Heute Nachmittag gehen die Tarifgespräche zwischen der Gewerkschaft und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Saar in die nächsten Runde. Sollten beide Seiten ohne Ergebnis auseinandergehen, droht in der kommenden Woche ein unbefristeter Streik. Betroffen wären davon die vier saarländischen Kommunen mit eigenen Verkehrsunternehmen: Saarbrücken, Saarlouis, Neunkirchen und Völklingen.


In den Verhandlungen geht es um einen neuen Manteltarifvertrag. Darin werden Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten, Lohngruppen und Zuschläge geregelt. Verdi verlangt noch Nachbesserungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld und bei der Einstufung der Mitarbeiter in Lohngruppen. Beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld dürften die Mitarbeiter im Saarland nicht länger weniger bekommen als in allen anderen Bundesländern, sagte Umlauf.

Barbara Beckmann-Roh, die Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, hatte nach der letzten Verhandlungsrunde keine Spielräume für eine weitere Aufstockung des aus ihrer Sicht guten Angebots gesehen. Der Verband habe zum Beispiel zugestanden, das Weihnachtsgeld zu verdreifachen und künftig 25 Prozent eines Monatsgehalts zu zahlen, sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber.



Ende September hatten die Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsbetriebe mit einem Warnstreik für einen Tag den Busverkehr in weiten Teilen des Landes lahmgelegt. Die Folgen eines unbefristeten Ausstands wären deutlich gravierender.