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Einzelhandel
Bundesweit Streiks bei Real-Märkten

Die Real-Märkte hatten am Freitag zwar geöffnet, wurden jedoch von der Gewerkschaft Verdi bestreikt. In rund der Hälfte der 281 Real-Märkte beteiligten sich die Mitarbeiter an dem Ausstand.
Die Real-Märkte hatten am Freitag zwar geöffnet, wurden jedoch von der Gewerkschaft Verdi bestreikt. In rund der Hälfte der 281 Real-Märkte beteiligten sich die Mitarbeiter an dem Ausstand. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Berlin/Düsseldorf. Gewerkschaft Verdi protestierte gegen geänderte Bezahlung für neue Mitarbeiter. dpa

Mehrere tausend Mitarbeiter der Supermarktkette Real haben am Freitag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Arbeit niedergelegt. Damit protestierten sie gegen Einschnitte bei den Löhnen neueingestellter Mitarbeiter. „Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Trotz der Streiks blieben aber alle Läden geöffnet, wie das Unternehmen mitteilte.


Die Gewerkschaft hatte die insgesamt 34 000 Beschäftigten der Supermarktkette Real für Freitag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft  beteiligten sich Mitarbeiter in rund der Hälfte der 281 Real-Filialen an den Streikaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen.

Auslöser für den Streik war die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist. Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: „Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten.“



Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen, so Koch. Real bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen. Trotz des bundesweiten Streiks blieben nach Unternehmensangaben alle Real-Märkte geöffnet. Doch konnte es Kunden passieren, dass etwa die Frischfleisch- oder Frischfisch-Theken geschlossen waren.

Aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz und Hessen beteiligten sich nach Angaben von Verdi 250 Real-Mitarbeiter an dem Streik. Sie kamen zu einer Demo-Veranstaltung in Wiesbaden zusammen. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wollten sich insgesamt 15 Real-Märkte an dem Streik beteiligen. Trotzdem sollten nach Unternehmensangaben alle Supermärkte geöffnet bleiben.