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Prozesse
Buchhalterin soll V&B um 400 000 Euro geprellt haben

Saarbrücken/Merzig. (wi) Wegen Verdachts der Untreue im großen Stil muss sich eine 51 Jahre alte Frau vor dem Landgericht verantworten. Die französische Staatsangehörige soll als kaufmännische Angestellte des Fliesenherstellers Villeroy & Boch mit Sitz in Merzig innerhalb von vier Jahren rund 400 000 Euro von Firmenkonten abgezweigt haben.
Wolfgang Ihl

(wi) Wegen Verdachts der Untreue im großen Stil muss sich eine 51 Jahre alte Frau vor dem Landgericht verantworten. Die französische Staatsangehörige soll als kaufmännische Angestellte des Fliesenherstellers Villeroy & Boch mit Sitz in Merzig innerhalb von vier Jahren rund 400 000 Euro von Firmenkonten abgezweigt haben.



Bei diesen Geschäften soll die Angeklagte ihre besondere Vertrauensstellung bei V&B ausgenutzt haben. Im Tatzeitraum zwischen 2011 und 2014 war sie Gruppenleiterin in der Buchhaltung und betreute in erster Linie französische Kunden des Fliesenherstellers. Diese Großkunden/Zwischenhändler erhielten abhängig vom erzielten Umsatz Bonus-Gutschriften. Die Angeklagte war für die Abwicklung der Bonuszahlungen zuständig. Sie soll Auszahlungswünsche der Kunden fingiert und die entsprechenden Bonuszahlungen auf ein Privatkonto im Umfeld ihrer Familie veranlasst haben. Zuvor habe sie dieses Privatkonto jeweils als vermeintliches französisches Firmenkonto in den Datenbestand von V&B eingeschleust.

Im Einzelnen ging es um Beträge in der Größenordnung zwischen 67 499,52 Euro und 2392,00 Euro. Die Geldflüsse auf ein Privatkonto weckten zuerst in Frankreich und dann in Deutschland den Verdacht möglicher Geldwäsche. Mit der Liste der auffälligen Geldflüsse gingen die Beamten zu V&B. Dort wurde anhand der Höhe der Beträge und der Zahlungsdaten Stück für Stück jeder Einzelfall rekonstruiert. Anschließend wurde die 51-Jährige fristlos entlassen. Sie hat bei V&B ein Schuld­anerkenntnis unterschrieben. Der Prozess wird fortgesetzt.