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Traditionsbrauerei mit Problemen
Brauerei Bruch meldet Insolvenz an

Lukas und Thomas Bruch (v.li.) leiten die traditionsreiche Saarbrücker Brauerei, die zu den ältesten Unternehmen des Saarlandes zählt.
Lukas und Thomas Bruch (v.li.) leiten die traditionsreiche Saarbrücker Brauerei, die zu den ältesten Unternehmen des Saarlandes zählt. FOTO: BECKERBREDEL/bub / BECKERBREDEL
Saarbrücken. Die Saarbrücker Traditionsbrauerei wird in Eigenverwaltung saniert. Vermögen ist ausreichend vorhanden. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Steuerschulden in sechststelliger Höhe sind Auslöser für die Insolvenz des Saarbrücker Brau-Unternehmers Thomas Bruch sowie seiner Brauerei. Weil er Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt nicht bedienen konnte, und das Finanzamt Saarbrücken laut Bruch auch auf Kompromissvorschläge bisher nicht einging, hat dieser den Ausweg einer „taktischen Insolvenz“ gewählt. Als Insolvenzgrund nennt Insolvenz-Anwalt Marc Herbert, der das Verfahren als Generalbevollmächtigter begleitet, möglicherweise drohende Zahlungsunfähigkeit. Bruch zufolge geht es um einen niedrigen sechsstelligen Betrag, den das Finanzamt sowohl als Nachzahlung als auch als Steuervorauszahlung fordert.


Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, den langfristigen Fortbestand des Unternehmens zu sichern, sagt Bruch. Betroffen von der Pleite sind einerseits der Privatmann Bruch sowie die von ihm privat als eingetragener Kaufmann geführte Brauerei mit rund 20 Mitarbeitern. Bruch betreibt in der Scheidter Straße in Saarbrücken die Traditionsbrauererei Bruch. Nicht betroffen sind die ebenfalls zu Bruch gehörenden Restaurants „Zum Stiefel“, „Stiefelbräu“ und „Tabaksmühle“, die in der Stiefel Gastronomie GmbH organisiert sind. Außen vor ist auch das Restaurant „Undine“, das Bruchs Frau gehört.

Herbert zufolge soll das Insolvenzverfahren bis Ende des Jahres beendet sein. Es seien genügend Vermögenswerte vorhanden, um die Schuld gegenüber dem Finanzamt zu bedienen, sagt der Insolvenzanwalt. Das Problem mit Steuerschulden ist allerdings, dass sie sofort bezahlt werden müssen. Das Unternehmen habe jedoch nicht ausreichend Liquidität vorgehalten, um die Verbindlichkeiten zu bedienen. Der Insolvenz-Anwalt ist aber überzeugt, alle Schulden zu 100 Prozent bezahlen zu können.



Die Brauerei werde Produktion und Vertrieb uneingeschränkt forsetzen, teilte Bruch gestern mit. Die Gehälter der Mitarbeiter sind Herbert zufolge  bis Ende August per Insolvenzgeld gesichert. Vorerst gehe es nun darum, bei den Kunden offen stehende Außenstände einzufordern, sagt Herbert. Bruch habe offene Forderungen von rund 300 000 Euro, denen stünden Verbindlichkeiten von 200 000 Euro gegenüber.

Bruch hat die sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung gewählt, bei der er weiter in der Verantwortung bleibt. Herbert übernimmt die Funktion eines Generalbevollmächtigten, zum vorläufigen Sachwalter – ein Insolvenzverwalter, der den Prozess begleitet – wurde der Rechtsanwalt Christoph Görgen aus St. Wendel bestellt.