| 20:49 Uhr

Landwirtschaft
Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden

Berlin. Die deutschen Bauern bangen angesichts eines viel zu trockenen Frühjahrs in Teilen des Landes und ungewisser Preise für wichtige Produkte um ihr Geschäft. „Die Lage in diesem Jahr ist weiterhin angespannt und alles andere als erfreulich“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vor dem Deutschen Bauerntag.

„Viele Ackerbaubetriebe machen sich große Sorgen. Wo kein Regen fiel, wird es erhebliche Einbrüche bei den Unternehmensergebnissen geben.“


In Ostdeutschland bis hin nach Nordbayern und in Norddeutschland habe es im Mai bei hohen Temperaturen zu wenig Regen gegeben. Daher habe die Ernte schon begonnen. „Mindestens zwei Wochen früher als in normalen Jahren“, sagte Rukwied. Getreide sei vielfach notreif, also reif, ohne dass sich die Körner voll ausgebildet haben. Die Erträge seien enttäuschend, was bis zu Totalausfällen führe. „Auf manchen Flächen zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern ist gar nichts mehr zu ernten. Das Getreide kann nur noch gehäckselt werden.“

Im Westen, Südwesten und nahe den Alpen habe es dagegen bis in den Juni hinein das andere Extrembild gegeben – zum Teil zu viel Regen, heftige Gewitter, Sturm, Hagel und Überschwemmungen, sagte Rukwied.



Der Bauernpräsident betonte, wie „absolut notwendig“ gerade bei schwierigen Rahmenbedingungen die Direktzahlungen der EU seien. „Sie sind die beste Risiko-Absicherung für die Landwirte. Die Einkommen basieren zu 45 Prozent auf den Direktzahlungen.“ Die EU hatte erst vor Kurzem angekündigt die Zahlungen ab 2021 zu kürzen.

(dpa)