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Bannenberg und Tüv einigen sich

Saarbrücken. Vor dem Landgericht Saarbrücken haben sie einen Vergleich abgeschlossen. Lothar Warscheid

Nachdem der Tüv Saarland seinen Vereins-Vorstand Norbert Bannenberg Mitte März rausgeworfen hatte, haben sich beide Parteien am Mittwoch vor dem Landgericht Saarbrücken auf einen Vergleich geeinigt. Das bestätige ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage.

"Die Parteien haben Einvernehmen erzielt, dass das Dienstverhältnis von Herrn Bannenberg zum 31. März einvernehmlich beendet worden ist und seine Abberufung als Vorstand wirksam ist", heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Bannenberg erhalte eine Abfindung über 80 000 Euro. Der Tüv Saarland kann diese Entscheidung noch bis zum 14. Mai widerrufen.



Die Sache war eskaliert, weil es offenbar zu einem Kompetenzgerangel zwischen Bannenberg und dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden des Tüv Saarland gekommen war. Das Kontrollgremium leitet der frühere Chef des Saarlouiser Ford-Werks, Hans Schardt. Dieser teilte gestern mit, dass die Arbeit Bannenbergs von zwei ehrenamtlichen Tüv-Vorständen weitergeführt werden soll. Das sind der bisherige Geschäftsführer des St. Ingberter Automobilzulieferers Voit, Carsten Schubert, und Thomas Klein.

Klein, der ebenfalls schon Chef des Saarlouiser Ford-Werks war, ist heute Gesellschafter des Saarbrücker Instituts für Produktions- und Logistiksysteme (IPL), das sich auf die Analyse und Beratung von Logistik-Prozessen in der Automobil-Industrie spezialisiert hat.

Geschäftsführer der Tüv Saarland Holding bleibt Thorsten Greiner. Die Holding ist eine 100-prozentige Tochter des Vereins. Sie leitet eine Firmengruppe, die 80 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet und rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Bannenbergs Vorstandsvertrag hätte erst Mitte 2019 geendet. Der Job war mit 120 000 Euro Jahressalär dotiert. Der 65-jährige Bannenberg war zuvor Technik-Vorstand der Dillinger Hütte.