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Automobilzulieferer
Alu-Gießerei Nemak muss wegen Diesel-Krise Kurzarbeit fahren

Wegen der Dieselkrise muss die Alu-Gießerei Nemak Kurzarbeit fahren. (Symbolbild)
Wegen der Dieselkrise muss die Alu-Gießerei Nemak Kurzarbeit fahren. (Symbolbild) FOTO: dpa / Ina Fassbender
Dillingen. Die Dillinger Aluminium-Gießerei Nemak muss bis Ende des Jahres Kurzarbeit fahren. Das bestätigte Klaus Lellig, Europachef des Unternehmens, auf Anfrage. Hauptgrund sei die Diesel-Krise. Die Gießerei, die Motorblöcke aus Aluminium herstellt, habe bei den Selbstzündern eine Quote von weit mehr als 50 Prozent.

Hinzu käme, dass bei einem Kunden die Nachfrage nach Autos und damit auch nach Motorblöcken schwach sei und sich bei einem britischen Autobauer die Brexit-Diskussion auswirke. Die Hauptkunden von Nemak sind unter anderem deutsche und ausländische Hersteller von Premium-Autos. Derzeit liege die Produktion bei 1,9 Millionen Blöcken pro Jahr. Das Dillinger Werk sei jedoch auf die Fertigung von 2,7 Millionen Motorblöcke ausgelegt.


Allerdings sei nicht das komplette Nemak-Werk von Kurzarbeit betroffen, betont Lellig. „Sie erstreckt sich auf einzelne Linien und einzelne Wochen“, sagt er. Dennoch käme bei der Belegschaft jeder einmal an die Reihe. Im Werk sind rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Nemak-Europachef geht davon aus, dass sich die Situation im kommenden Jahr wieder verbessert, wenn die Dieselgeneration, die den neusten Normen entspricht, produziert wird. Er ist davon überzeugt, dass aus Gründen des Umweltschutzes der Diesel eine Zukunft hat, weil er eine wesentlich bessere CO2-Bilanz vorweisen könne als ein Benzinmotor. Außerdem seien Alu-Blöcke leichter als die Grauguss-Konkurrenz.



Das Nemak-Werk, das im Frühjahr sein 25-jähriges Bestehen gefeiert hat, gehört zur weltweit tätigen Nemak-Gruppe, die ihren Sitz in Monterrey (Mexiko) hat. Der nach eigenen Angaben führende Spezialist von Leichtbau-Komponenten für die Automobilindustrie beschäftigt rund 22 000 Mitarbeiter in 38 Werken. Im Jahr 2017 lag der Umsatz bei 4,5 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro). Nemak gehört mehrheitlich zum mexikanischen Mischkonzern Alfa, der noch in den Sparten Chemie, Telekommunikation sowie Kühl- und Gefrierkost tätig ist.

(low)