| 20:27 Uhr

Stahlzölle
Altmaier und EU suchen im US-Handelskonflikt nach Lösung

Berlin/Washington. (dpa) Im Handelskonflikt mit den USA über Strafzölle sucht der neue Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Lösung am Verhandlungstisch. Höhere Zölle führten dazu, dass am Ende die Bürger den Preis zahlten, sagte Altmaier gestern. Er werde dazu demnächst auch mit seinem US-Amtskollegen Wilbur Ross telefonieren. Eine Eskalation müsse vermieden werden.

(dpa) Im Handelskonflikt mit den USA über Strafzölle sucht der neue Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Lösung am Verhandlungstisch. Höhere Zölle führten dazu, dass am Ende die Bürger den Preis zahlten, sagte Altmaier gestern. Er werde dazu demnächst auch mit seinem US-Amtskollegen Wilbur Ross telefonieren. Eine Eskalation müsse vermieden werden.


Auf EU-Ebene will sich Handelskommissarin Cecilia Malmström schon kommende Woche mit Ross treffen. Malmström und Ross hätten gestern telefoniert und eine entsprechende Vereinbarung getroffen, hieß es aus EU-Kreisen. Malmström habe dabei erneut gefordert, dass europäische Unternehmen von den Schutzzöllen ausgenommen werden müssten. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ warnt die Kommission aber vor „überzogenem Optimismus“. Die EU müsse sich auf das Schlimmste einstellen, heiße es in einem internen EU-Papier.

Wirtschaftsminister Altmaier betonte die Wichtigkeit des offenen und fairen Welthandels. Er warnte vor einem Wettlauf um Schutzzölle und höhere Abgaben. „Wir stehen an einem sehr wichtigen Scheideweg.“ Altmaier sagte, er sei ein großer Anhänger der transatlantischen Kooperation. Der freie Welthandel habe sehr viel zum Wohlstand der Bevölkerung beigetragen.

Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, warnte vor weltweiten Handelsbarrieren. Die jüngst beschlossenen Einfuhrzölle der USA dürften nicht zu einer Eskalation mit protektionistischen Gegenmaßnahmen führen, erklärte die IWF-Chefin. „Die Wirtschaftsgeschichte zeigt deutlich, dass Handelskriege nicht nur das globale Wachstum beeinträchtigen, sondern auch nicht zu gewinnen sind.“ Lagarde kritisierte indirekt auch die Finanzpolitik der USA. Zur Verringerung globaler Ungleichgewichte seien Handelsschranken nicht der richtige Weg. Eine hohe Bedeutung komme dagegen der staatlichen Ausgabenpolitik zu. Dazu zählten niedrigere Haushaltsdefizite, um die Staatsfinanzen auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Die US-Regierung geht derzeit den entgegengesetzten Weg, indem sie die Steuern stark senkt und die Ausgaben deutlich erhöht.

(dpa)