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Flüge von Saarbrücken
Air Berlin: Künftig sind wir zuverlässig

Oft bleibt er am Boden, der Flieger von Air Berlin. Die Passagiere in Saarbrücken haben das Nachsehen. Foto: reinhardt/dpa
Oft bleibt er am Boden, der Flieger von Air Berlin. Die Passagiere in Saarbrücken haben das Nachsehen. Foto: reinhardt/dpa FOTO: reinhardt/dpa
Saarbrücken. Dennoch waren gestern schon wieder Flüge von Saarbrücken in die Hauptstadt verspätet oder wurden annulliert. Lothar Warscheid

Es kam gestern erneut zu Verspätungen und Annullierungen auf den Flügen von Saarbrücken nach Berlin und zurück. Doch Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) betonte dennoch, dass er die Zusage des Vertriebschefs von Air Berlin, Götz Ahmelmann, habe, dass die Strecke nach Saarbrücken ab sofort wieder zuverlässig beflogen wird.



Ahmelmann nannte auch einige Gründe für seinen Optimismus. So habe Air Berlin vom eigenen Bodenpersonal 120 Mitarbeiter zu Verfügung gestellt, die den Beschäftigten des Flughafen-Dienstleisters in Berlin-Tegel bei der Abfertigung der Maschinen helfen sollen. Dazu gehört unter anderem das An- und Abfahren des Gepäcks, das Reinigen der Flugzeuge oder das Heranfahren der Gangways an die Maschinen. Für Air Berlin macht das seit Ende März die Firma Aero-Ground, eine Tochtergesellschaft des Flughafens München. Beobachtern zufolge sind die Beschäftigten von Aero-Ground mit dieser Aufgabe schlicht überfordert, was Air Berlin auch einräumt. Darüber gibt es größere Engpässe beim fliegenden Personal. Hier ist Air Berlin dabei, "neue Mitarbeiter für Cockpit, Kabine und Kundenservice zu akquirieren", heißt es in einer Erklärung der Airline.

Um den eigenen Flugplan am Airport Berlin-Tegel, der aus allen Nähten platzt, zu entzerren, will Air Berlin darüber hinaus vermehrt Langstreckenflüge von Düsseldorf aus starten. "Dieser kann eine erhöhte Stabilität bieten", schreibt Air Berlin weiter. Barke schmeckt diese Situation keineswegs. Er befürchtet, "dass sich Fluggäste nach Luxemburg oder Frankfurt umorientieren und wir mit unserem Flughafen einen Schaden erleiden". Mit 74 Flug-Ausfällen bis Mitte Mai sei inzwischen fast die Anzahl aus dem gesamten Vorjahr erreicht worden. 2016 waren insgesamt 88 Flüge ausgefallen. Dennoch geht er davon aus, dass wieder Stabilität in die Verbindung gebracht werden kann. "Mit 120 000 Passagieren pro Jahr hat diese Strecke eine gute Auslastung", meint er. Daher verdiene Air Berlin mit dieser Destination auch Geld und wolle sie daher unbedingt behalten.

SZ-Informationen zufolge sind auch andere Fluggesellschaften an der Saarbrücken-Strecke interessiert. So habe eine Airline sich bereits Landerechte - sogenannte Slots - in Tegel für eine Tagesrand-Verbindung gesichert. Eine Ausschreibung der Strecke als letzte Möglichkeit sieht Barke kritisch. "Dann müssten wir Zuschüsse zahlen, was beihilferechtlich schwierig wäre. Eine Garantie auf Zuverlässigkeit hätten wir dann auch nicht."