| 20:53 Uhr

Berufsausbildung
24 000 junge Leute bewerben sich erfolglos um Lehrstelle

Berlin. Trotz leichten Anstiegs bei den Ausbildungsverträgen in Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 24 000 Bewerber unversorgt geblieben. Die Zahl der Verträge stieg um 3000 auf 523 300, wie aus dem gestern im Kabinett beschlossenen Berufsbildungsbericht hervorgeht. Die Zahl der Betriebe mit Azubis blieb auf ähnlichem Niveau. Weniger als jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die Zahl der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen stieg auf knapp 49 000. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte an, die berufliche Ausbildung stärken zu wollen.

Trotz leichten Anstiegs bei den Ausbildungsverträgen in Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 24 000 Bewerber unversorgt geblieben. Die Zahl der Verträge stieg um 3000 auf 523 300, wie aus dem gestern im Kabinett beschlossenen Berufsbildungsbericht hervorgeht. Die Zahl der Betriebe mit Azubis blieb auf ähnlichem Niveau. Weniger als jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die Zahl der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen stieg auf knapp 49 000. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte an, die berufliche Ausbildung stärken zu wollen.


„Die duale Ausbildung in Deutschland war ein Pfeiler, um gut durch die Krise zu kommen“, sagte Karliczek. Nun könne sie einen Beitrag dazu leisten, die Prozesse durch Digitalisierung und Strukturwandel gut zu meistern. „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind so gut wie lange nicht.“ Auf 100 Bewerber kämen 105 Lehrstellen. Knapp 10 000 Geflüchtete begannen bis zum Beginn des Berufsschuljahres eine Lehre. Karliczek kündigte an, kleine Betriebe, in denen die Ausbildungsquote zurückgegangen ist, dabei zu unterstützen, eine Ausbilder-Eignung zu machen und Lehrstellen anzubieten.

Karliczek wies zurück, dass jeder vierte Lehrling seine Ausbildung abbreche, wie es jüngst geheißen hatte. Denn in rund der Hälfte dieser Fälle wechselten die Azubis auf einen anderen Ausbildungsplatz. Den Anteil der „echten Abbrüche“ bezifferte Karliczek auf zwölf bis 13 Prozent.



Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) forderte mehr Qualität. „Auszubildende lösen nicht grundlos ihre Ausbildungsverträge, sondern meist, weil ihre Probleme auf die schlechte Qualität der Ausbildung zurückzuführen sind“, sagte Gewerkschaftsvize Guido Zeitler. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine gesetzliche Ausbildungsgarantie. Mehr als 2,1 Millionen junge Erwachsene hätten 2017 keinen Berufsabschluss gehabt.