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Auch im Saarland
Strom wird für viele deutlich teurer

Die Strompreise steigen (Symbolbild).
Die Strompreise steigen (Symbolbild). FOTO: dpa / Federico Gambarini
Essen/Saarbrücken. Etliche Versorger heben die Preise an. Das stößt bei Verbraucherschützern auf Unverständnis. dpa/SZ

Beim Strompreis in Deutschland herrschte zuletzt weitgehend Ruhe. Damit ist jetzt Schluss. Für viele Haushalte wird der Strom im neuen Jahr spürbar teurer. Um vier bis fünf Prozent steigen die Preise zahlreicher Anbieter in der Grundversorgung. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt dann nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox rund 55 Euro mehr im Jahr.


Kurz vor Ende der Ankündigungsfrist an diesem Dienstag verzeichnete Verivox 218 Versorger mit Erhöhungen. Die Saarländer kommen demnach relativ glimpflich davon. Den Angaben zufolge steigen nur bei zwei von 18 Grundversorgern die Preise und zwar um 2,4 Prozent. Zuletzt hatten die jährlichen Kosten hierzulande im Mittel bei 1123 Euro gelegen. Das war etwas mehr als der bundesweite Durchschnitt von 1106 Euro. Laut Verivox sind diesmal besonders viele Preiserhöhungen in Baden-Württemberg und Hessen angekündigt worden. Auch das Portal Check24 hat bereits 160 Erhöhungen registriert und erwartet zeitnah weitere.

Die Versorger begründen die Aufschläge mit höheren Einkaufspreisen. Die Beschaffungskosten seien in den vergangenen zwei Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen, teilte der Branchenverband BDEW mit. Auch der Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate wirke kostentreibend. Kleinere Entlastungen bei anderen Bestandteilen des Strompreises könnten das nicht ausgleichen. Verbraucherschützer kritisieren diese Argumentation aber. „Als vor einigen Jahren die Börsenpreise gesunken sind, haben die Versorger auf ihre langfristigen Verträge verwiesen und die Einsparungen nicht an ihre Kunden weitergegeben“, teilte die Verbraucherzentrale NRW mit. Jetzt seien sie „schnell mit Preiserhöhungen dabei“. Laut Bundesnetzagentur lohnt sich für viele Verbraucher ein Anbieterwechsel. Im Schnitt habe man dadurch zuletzt 68 Euro im Jahr sparen können.