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Firma Dieter Eifler stellt Betrieb ein
100 Mitarbeiter im Nordsaarland verlieren ihren Job

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa / Daniel Karmann
Nohfelden . Über 100 Mitarbeiter der Firma Dieter Eifler GmbH & Co KG in Nohfelden verlieren ihren Job. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Zum 31. Oktober werde der Betrieb eingestellt, bestätigte gestern die Slowenische Mutterfirma Cablex. Cablex hatte den Kabelbaum-Hersteller erst vor wenigen Monaten gekauft. Die Mitarbeiter waren nach SZ-Informationen zuvor in einer Betriebsversammlung über die Schließung informiert worden.


Verträge laufen noch bis ins 1. Quartal

Je nach den individuellen Verträgen laufen die Verträge noch bis zum Ende des 1. Quartals 2019. Das bestätigte gestern Cablex-Finanzchef Mitja Florjanic. Als Gründe für die Betriebsschließung führt er eine desolate Finanzsituation des Unternehmens an. Es habe schon vor dem Kauf kurz vor dem Bankrott gestanden. Cablex habe nun noch mit mehreren Maßnahmen versucht, die Finanzstruktur zu verbessern. Tatsächlich haben nach Information aus Mitarbeiterkreisen rund 20 Mitarbeiter im Juni und Juli die Kündigung bekommen.



Eifler ist wichtiger Zulieferer der Industrie

Nach Aussagen von Mitarbeitern ging es dem slowenischen Konkurrenten Cablex beim Kauf von Eifler weniger um das Unternehmen, sondern um die Kontakte zu wichtigen Kunden wie Miele als Hausgerätehersteller sowie Auto-Zulieferern wie ZF und Delphi. Eifler hatte insgesamt rund 1100 Mitarbeiter. Von der Einstellung ist allerdings nur das saarländische Werk betroffen. Die Werke in Rumänien und Ungarn würden vorerst weitergeführt, bestätigt auch Finanzchef Florjanic.

Gründung 1964

Das Unternehmen war 1964 von Dieter Eifler gegründet worden. Der Eifler hat sich nach Aussagen der Mitarbeiter aus Altersgründen von seinem Unternehmen getrennt, nicht wegen einer desolaten Finanzlage. Tatsächlich zeigt auch die letzte öffentlich verfügbare Bilanz von 2016 keine größeren Finanzprobleme. Bei einem Umsatz von 45 Millionen Euro erwirtschaftete Eifler einen Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen von 3,8 Millionen. Unterm Strich blieb immer noch ein Plus von knapp 250 000 Euro.

Mitarbeiter berichten von offensichtlichen Signalen

Dass Cablex nach der Übernahme von Eifler wenig Interesse an einer Weiterführung hatte, hat sich nach Aussagen von Mitarbeitern schnell abgezeichnet. Die Mutterfirma sei ausschließlich daran interessiert gewesen, Aufträge in andere Konzernunternehmen abzuziehen und gleichzeitig im Saarland Mitarbeiter zu kündigen.

Keine Arbeitnehmervertretung

Die Mitarbeiter stehen nun vor einem Scherbenhaufen. Firmengründer Eifler habe Gewerkschaften und Betriebsräten immer sehr feindlich gegenübergestanden und jegliche Organisation der Mitarbeiter verhindert. Nach Aussagen des Ortsvorstehers von Eckelhausen, Armin Loos, habe es auch schon in früheren Zeiten immer wieder Beschwerden über Arbeitsbedingungen und Lohnhöhen im Unternehmen gegeben. Nun stehen die Mitarbeiter der Massenkündigung hilflos gegenüber, da es nur möglich sei, jeweils einzeln gegen die Kündigungen vorzugehen. Eckelhausen war vor allem ein Fertigungsbetrieb. Rund 90 Prozent der rund 120 Mitarbeiter haben dort in der Produktion gearbeitet