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Kommentar
Wechsel in schwieriger Zeit

Kommentarkopf Lothar Warscheid
Kommentarkopf Lothar Warscheid FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die Deutsche Bank setzt wieder zum Neuanfang an. Sie tut das in einer schwierigen Phase und viel Zeit bleibt ihr  nicht mehr. Denn die internationale Konkurrenz – hier vor allem die US-Banken – sind dem deutschen Branchenprimus hinsichtlich ihrer Marktposition und ihrer Profitabilität längst davongeeilt. Außerdem steigen in den Vereinigten Staaten wieder die Zinsen, so dass auch das Kreditgeschäft dort lukrativer wird. In Europa jedoch ist eine Trendwende bei den Zinsen nach wie vor nicht zu erkennen. Darüber hinaus muss die Deutsche Bank in den kommenden Jahren die Fusion mit der Postbank stemmen, bei der etliche 1000 Arbeitsplätze überflüssig werden. Außerdem wartet niemand auf diesen neuen Riesen im Privatbanken-Sektor. Die rund 1600 deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind gewillt, sich in diesem Geschäft, das ihr ureigenes ist, nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
Lothar Warscheid

Andererseits kann es sich die Industrienation Deutschland nicht leisten, dass ihr internationales Geschäft nur von ausländischen Banken finanziert und betreut wird. Im Zweifel ist denen das Hemd des Heimatmarktes näher als die deutsche Hose. Daher sind die Manager in den Frankfurter Zwillingstürmen zum Erfolg verdammt. Eine Wende zum Besseren ist möglich. Die Deutschbanker sollen im Heimatmarkt einfach ihr Ding machen – bescheiden, aber effektiv. Dass das geht, haben sie früher schon mal bewiesen.