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Kommentar
Mehr als nur Dienstleistung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Schaut man sich die Stundenzettel der Busfahrer an, dann erscheint es schon als ein Wunder, dass es nicht viel häufiger Unfälle im Öffentlichen Nahverkehr gibt. Schichten, die mit Pausen teilweise 15 Stunden dauern, kaum freie Tage – all das zehrt an den Nerven. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Doch nervlich sollten die Fahrer, die uns zur Arbeit und unsere Kinder in die Schule bringen, möglichst immer auf der Höhe sein. Denn ihnen sind viele Leben anvertraut. Busfahren ist am Ende mehr als nur eine Dienstleistung.


Letztlich herrscht bei den Busfahrern das gleiche Dilemma wie auch in der Pflege. Während die Industrie-Gewerkschaft IG Metall über Jahre immer wieder hohe Tarifsteigerungen durchsetzen kann, sind es in den Dienstleistungesparten stets nur magere Zuwächse. Und das bei bereits sehr bescheidenen Vergütungen. Auch bei den Busfahrern stehen nun harte Verhandlungen bevor, denn die Kommunen und Länder, die die Öffentlichen Nahverkehr bestellen, sind auch chronisch klamm, steigende Löhne gehen mit höherer Verschuldung einher. Dass ihre klamme Kassenlage aber auf Kosten der Busfahrer geht, kann auf Dauer nicht gut gehen.