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Kommentar
EU muss eine klare Front bilden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es ist schon unglaublich, dass der Präsident der USA nicht nur ein internationales Abkommen über den Haufen wirft und damit auch noch seine Partner in wirtschaftliche Bedrängnis bringt. Und das einfach nur, weil er es sich in den Kopf gesetzt hat, dies zu tun. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Sicherlich, der Iran ist machtpolitisch kein Musterknabe. Doch der Staat hat in keiner Weise gegen die Bedingungen des Abkommens verstoßen. Und auch Trumps Berater wurden nicht müde, dies immer wieder zu betonen. Aber bei Trump gilt: Was er sich in den Kopf gesetzt hat, gilt. Freihandel ist schlecht, Abkommen müssen aufgekündigt werden, und der Iran ist böse. Und wer den amerikanischen Weg nicht mitgeht, ist ebenfalls böse. So einfach funktioniert die Welt des Donald Trump.


Die EU tut gut daran, nun schnell eine Zweckgesellschaft für die Firmen aufzubauen, die weiterhin mit dem Iran handeln wollen und eine Finanzierungsmöglichkeit brauchen. Und auch große EU-Konzerne wären nun gefragt, klare Kante zu zeigen. Indem sie liebedienerisch Trump hinterherlaufen, schaden sie letztlich dem gesamten Welthandelssystem.