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Streik bei Ryanair
Der Billigflieger wird nachgeben müssen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ryanair bekommt Gegenwind. Mit Recht. Der Billigflieger hat sein Geschäftsmodell auf Kosten der Piloten und des Kabinenpersonals durchgezogen. Viele Jahre ging das gut. Den Fluggästen war es egal, unter welchen Bedingungen das Ryanair-Personal sie quer durch Europa flog. Von Volker Meyer zu Tittingdorf
Volker Meyer zu Tittingdorf

Hauptsache, die Tickets waren günstig. Das Modell funktionierte auch deshalb, weil die Airline trotz einer vergleichsweise schlechten Bezahlung immer neue Mitarbeiter fand. Das hat sich geändert.


Inzwischen sind Piloten europaweit Mangelware, und sie gehen nicht nur lieber zu traditionellen Fluggesellschaften wie der Lufthansa, sondern auch gerne zu Easyjet. Der britische Billigflieger hat bei Beschäftigten der Branche ein deutlich besseres Ansehen als Ryanair. Dort wird nicht nur besser gezahlt, es gibt auch Tarifverträge. Für Ryanair-Chef Michael O’Leary waren solche Vereinbarungen mit Gewerkschaften bisher ein Graus. Jetzt wird er wohl am Ende Verträge abschließen müssen. Eine Einigung ist aber noch fern. Das Management zeigt sich in dem Tarifkonflikt beinhart. Deshalb dürfte der Streik am Freitag nicht der letzte gewesen sein. Es ist mit einem langen Arbeitskampf zu rechnen.