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USA verdoppelt Strafzölle
Türkische Lira fällt angesichts von US-Strafzöllen um 19 Prozent

Der Handelsstreit zwischen den USA und der Türkei geht weiter: Nachdem US-Präsident Donald Trump angeordnet hatte, die Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu verdoppeln, kam es zum Kursverfall der Lira.

Die türkische Lira hat am Freitag angesichts von neuen US-Sanktionen gegen die Türkei 19 Prozent an Wert verloren. Außerdem bestehen Zweifel an der Handlungswilligkeit der türkischen Regierung. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump auf Twitter eine Verdopplung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verkündete, notierte die Lira am Nachmittag bei 6,62 zum Dollar. Zuvor hatte sie kurzzeitig sogar 6,87 zum Dollar erreicht.


Bereits am Morgen hatte die Lira nach Äußerungen des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan massiv an Wert verloren. Erdogan hatte am Donnerstagabend bei einer Kundgebung in Rize angedeutet, dass er keinen Bedarf für eine Intervention gegen den Verfall der Währung sehe. Bei einer Rede in Bayburt rief er dann am Freitag zum „nationalen Kampf“ gegen einen „Wirtschaftskrieg“ auf, mit dem die Türkei konfrontiert sei.

Für die Talfahrt der Lira machte er eine „Zinslobby“ verantwortlich. Der Präsident appellierte an die Türken, ihre Devisen in Lira umzutauschen, um deren Kurs zu stützen. „Wenn Ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen habt, geht zur Bank und tauscht es in türkische Lira. Dies ist ein nationaler Kampf“, sagte Erdogan bei der Kundgebung in Bayburt. Noch während der Rede stürzte die Lira weiter ab.



Die Äußerungen Erdogans in Rize und Bayburt verstärkten den Eindruck, dass der Präsident weiter nicht gewillt ist, gegen den Verfall der Lira einzuschreiten. Ökonomen drängen auf eine Anhebung der Leitzinsen - Erdogan ist jedoch ein erklärter Gegner hoher Zinsen.

(mba/AFP)