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Gewerkschaft befürchtet noch Schlimmeres
Thyssen-Krupp baut 30 Stellen in Saargemünd ab

Das Logo von Thyssen-Krupp (Symbolbild).
Das Logo von Thyssen-Krupp (Symbolbild). FOTO: dpa / Patrick Seeger
Saargemünd. Ein Drittel der Arbeitsplätze am grenznahen Standort soll bis Jahresende wegfallen. Die Gewerkschaft befürchtet noch Schlimmeres. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Das Industriekonzern Thyssen-Krupp will bis Ende des Jahres ein Drittel der Arbeitsplätze an seinem Standort in Saargemünd streichen. 30 der 90 Stellen sollen dort wegfallen, die überwiegende Mehrheit – 24 Arbeitsplätze – in der Produktion, die übrigen in der Verwaltung. Der Stellenabbau soll vor allem über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Das hat die Werksleitung diese Woche gegenüber den Gewerkschaften mitgeteilt. Am Montag sollen die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Geschäftsführung beginnen, um einen Sozialplan aufzustellen.


Der Standort im Saargemünder Industriegebiet wurde Anfang der 1960er Jahre eröffnet, zunächst unter dem Namen Krupp Hazemag, dann KH Mineral. 2015 erfolgte die Fusion mit Polysius zum neuen Unternehmen Thyssen-Krupp Industrial Solutions France, das an seinen zwei Standorten Aix-en-Provence und Saargemünd rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Zusammenschluss hatte damals schon zu einem Stellenabbau geführt – jedoch  ohne Kündigungen. In Lothringen werden Geräte wie Steinbrecher und Zerkleinerer hergestellt, die im Bergbau und in Steinbrüchen eingesetzt werden. Nun will Thyssen-Krupp sein Geschäft umstrukturieren, um die Rentabilität zu steigern.

Nach Angaben der Gewerkschaft Force Ouvrière (FO), die vor allem die Angestellten in der Produktion vertritt, sind die Auftragsbücher der Firma voll, doch die Produktionskosten in Frankreich seien den Entscheidern zu hoch geworden. In einer Mitteilung von FO ist die Rede davon, dass die Maschinen künftig serienmäßig in Indien hergestellt werden sollen. Die Gewerkschaft befürchtet, dass mittelfristig die komplette Produktion eingestellt wird und letztendlich nur noch ein Ingenieur-Büro am Saargemünder Standort erhalten bleibt. Die Werksleitung wollte sich vor Beginn der Verhandlungen über den Sozialplan nicht öffentlich zu diesen Umstrukturierungsplänen äußern.