Wirtschaft fordert Lehre zur Kooperation auf

Wirtschaft fordert Lehre zur Kooperation auf

Saarbrücken. Lehre, Forschung, aber auch Weiterbildung ist die Aufgabe der Hochschulen. Besonders auf Letzteres wiesen gestern die Referenten der Veranstaltung mit dem sperrigen Titel "Quartäre Bildung" im Saarbrücker VHS-Zentrum hin

Saarbrücken. Lehre, Forschung, aber auch Weiterbildung ist die Aufgabe der Hochschulen. Besonders auf Letzteres wiesen gestern die Referenten der Veranstaltung mit dem sperrigen Titel "Quartäre Bildung" im Saarbrücker VHS-Zentrum hin. Denn die quartäre Bildung, die letztlich nichts anderes ist als lebenslanges Lernen, also Qualifizieren nach der Ausbildung, liegt der Saar-Wirtschaft sehr am Herzen. Mit der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und der ME Saar hatten zwei große Unternehmensverbände geladen. Deren Präsident, Oswald Bubel, forderte mehr Kooperationen von Hochschulen und Akademien mit saarländischen Unternehmen ein, um durch entsprechende Bildungsangebote zu gewährleisten, dass das Saarland als Industriestandort zukunftsfähig bleibt. "Unser Erfolg hängt von den Mitarbeitern ab, ihren Fähigkeiten, ihrem Einsatz", sagt Bubel. Bildung, die auf neuestem Stand bleibt, sei dabei ein wichtiger Faktor. Hier forderte er die Hochschulen auf, innovative Lösungen zu finden, entsprechende Angebote in den Hochschulalltag zu integrieren.Uni-Präsident Volker Linneweber gab sich allerdings zögerlich. Nicht nur, dass noch immer hohe Studentenzahlen die Hochschule vor Kapazitätsprobleme stellten, auch organisatorisch sei es schwierig, da Weiterbildungsveranstaltungen nicht zur Lehrtätigkeit der Professoren gehörten. Auch hier wäre, so die Vertreter der Wirtschaft, Abhilfe möglich - beispielsweise über ein privates Uni-Institut, das entsprechende Veranstaltungen organisiert. Und das natürlich marktübliche Preise dafür nimmt.

Offener zeigte sich der neue HTW-Rektor Wolrad Rommel, der spezielle Veranstaltungen für Unternehmen befürwortete. Bereits jetzt bietet die HTW über ein eigenes Institut auf privatrechtlicher Basis Weiterbildungsveranstaltungen an. Der Uni bot er an, gezielter zusammenzuarbeiten und die Angebote in der Region auszubauen.

Ann-Katrin Schröder-Kralemann, die für den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft das Thema wissenschaftlich untersucht hat, wies in ihrem Impulsvortrag darauf hin, dass auch die Unternehmen ihre Wünsche klar spezifizieren müssen.

Diesen Hinweis nahm auch Bubel aus der Veranstaltung mit: "Wir werden jetzt bei den Unternehmen im Saarland den konkreten Bedarf abfragen", sagt er. Dann hofft er, dass der begonnene Dialog weitergeht. jwo

Foto: ME Saar