"Wir mussten uns damals einfach auflösen!"

"Wir mussten uns damals einfach auflösen!"

Warum hat sich die Band 1999 eigentlich aufgelöst?Plewka: Wir sind ein Mysterium. Die Jahre, in denen es uns gab, waren wie eine Achterbahnfahrt. Wir hatten alles mitgemacht, was im Handbuch des Rock'n'Roll steht. Doch plötzlich stellten wir fest, dass wir kein soziales Umfeld mehr hatten. Wir waren schmerzhaft einsam, letztlich mussten wir uns auflösen

Warum hat sich die Band 1999 eigentlich aufgelöst?

Plewka: Wir sind ein Mysterium. Die Jahre, in denen es uns gab, waren wie eine Achterbahnfahrt. Wir hatten alles mitgemacht, was im Handbuch des Rock'n'Roll steht. Doch plötzlich stellten wir fest, dass wir kein soziales Umfeld mehr hatten. Wir waren schmerzhaft einsam, letztlich mussten wir uns auflösen. Die vier Jahre fühlten sich wie ein ganzes Leben an. Außer mit Stephan Eggert, dem Schlagzeuger, hatte ich danach keinen Kontakt. Wenn mir Christian Neander, unser Gitarrist, auf der Straße entgegen kam, versteckte ich mich lieber im Hauseingang, als mit ihm zu reden.

Wie kann man dann wieder zusammenarbeiten?

Plewka: Eggert und ich hatten die Idee, mit den anderen über all diesen Psychomüll zu reden. Im September 2007 trafen wir uns zum ersten Mal. Es war ein Treffen voller Misstrauen. Weitere Gespräche folgten, und irgendwann erkannten wir, dass wir auch musikalisch noch etwas zu sagen hatten. Es ist verrückt und wundervoll, wieder ein Teil dieser Band zu sein. Das hat viel mit Friede, Vergebung, Freundschaft und Respekt zu tun. Wir sind wie fünf Brüder, die sich nach einem Streit wieder versöhnt haben und sich jetzt auch wieder in die Augen schauen können.

Spiegelt sich das auf dem Album wider?

Plewka: Nun, es ist friedvoll. Vielleicht hat uns die Zeit zurückgerufen, damit wir in dieser krisengeschüttelten Zeit etwas Positives in die Welt bringen. Dieses Album haben wir allerdings nur für uns gemacht, für niemand anderen sonst. Es ist eine therapeutische Platte, die beschreibt, wie wir wieder eine Einheit geworden sind. Es stimmt allerdings, dass wir uns musikalisch nicht verändert haben. Wozu auch? Das ist Rock'n'Roll, so sind wir einfach.

Nach 1999 schafften es viele deutschsprachige Rockbands in die Hitparade. Waren Sie neidisch auf die, die nach Ihnen kamen und größere Erfolge feierten?

Plewka: Nein, schließlich wäscht eine Hand die andere. Wir können dank deren Erfolg jetzt auch an diesem bunten Strauß teilhaben. Deshalb sind wir in der Musikbranche: Weil es um Frieden und Liebe geht. Da reicht man sich die Hand. Selbst wenn das nicht immer so aussieht, etwa wenn sich Musiker anfeinden - am Ende haben sich alle lieb.

"Und endlich unendlich"

ist bei Universal erschienen.

Konzerte: Am Montag in Köln, Live Music Hall. 5. Juni Rock Am Ring, 20. September Mannheim.