"Wir können uns da ruhig was trauen!"

"Wir können uns da ruhig was trauen!"

Wie sind Sie zum Film gekommen?Eslam: Als Zwölfjähriger habe ich mit meinen Freunden in Rüsselsheim kleine Gangsterfilme gedreht. Ich wusste schon damals: Das will ich später mal machen. Und nach der Schule ging es dann los mit Praktika

Wie sind Sie zum Film gekommen?

Eslam: Als Zwölfjähriger habe ich mit meinen Freunden in Rüsselsheim kleine Gangsterfilme gedreht. Ich wusste schon damals: Das will ich später mal machen. Und nach der Schule ging es dann los mit Praktika.

Und die haben Sie bis nach Amerika geführt?

Eslam: Bevor ich an die Filmakademie ging, habe ich einige Erfahrung in Werbefilmproduktionen in München und Los Angeles sammeln können.

2005 haben Sie dann das Filmstudium in Ludwigsburg begonnen. . .

Eslam: ...und im letzten April mit "Bissige Hunde" abgeschlossen, der jetzt in Saarbrücken läuft.

Wie haben Sie den aufwendigen Film finanziert?

Eslam: Pro7/Sat1 hat zusammen mit der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Land Baden-Württemberg eine Kooperation begonnen, die es Studenten ermöglicht, abendfüllende Genrefilme zu verwirklichen. Es wurde ein Konzeptwettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich die Jury letztlich für unseren Stoff entschieden hat.

Wie viele Drehtage hatten Sie?

Eslam: 31. Wir hatten viele Studio-Sets, die wir in den Ludwigsburger Akademie-Studios gebaut haben. Einiges haben wir in Stuttgart und Umgebung gedreht, andere auch in Meißen.

Ihr Film soll im Herbst im Fernsehen laufen. Haben Sie sich beim Schnitt Gedanken darüber gemacht, an welcher Stelle der Film von Werbung unterbrochen werden kann?

Eslam: Wir haben uns davon so weit es ging frei gemacht und versucht, einfach eine spannende Geschichte zu erzählen. Auch von Seiten des Senders kamen da wenige Vorgaben. Wir hatten sehr viele Freiheiten.

Es scheint zunächst ein Actionfilm zu sein, wird dann zum Drama.

Eslam: Für mich ist "Bissige Hunde" ein emotionaler Thriller. Der Film hat im Kern eine dramatische, menschliche Geschichte. Nur, wenn es um etwas geht, gehe ich selbst in Filmen mit den Figuren mit und kann die spannenden Momente auch wirklich als solche empfinden. Von daher ist mir die Mischung zwischen Unterhaltung und Anspruch wichtig.

"Bissige Hunde" hat starke Bilder und auch markige Dialoge.

Eslam: Ja, wir bedienen mit einigen Dialogen bewusst einen gewissen Pathos. In Deutschland wird das nicht oft gemacht. Man hat zu oft die Befürchtung, es könnte nicht "authentisch" wirken oder peinlich sein. Amerikanische und asiatische Filme machen das aber ständig, und wir schauen die Filme gerne. Wieso sollen wir das nicht auch können? Ich denke, wir können uns da ruhig was trauen.

Der Film läuft am Samstag um 22.15 Uhr im Cinestar.

Foto: Eslam