Winter und Jahresende sorgen für leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl

Merzig-Wadern : Der Winter lässt die Arbeitslosenzahlen steigen

Für den Kreis Merzig-Wadern meldet die Agentur für Arbeit im Januar saisonalbedingt einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Der Winter und der Jahreswechsel haben die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Merzig-Wadern im Januar leicht ansteigen lassen. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Agentur für Arbeit hervor. 2452 Frauen und Männer waren demnach im Januar im Landkreis Merzig-Wadern arbeitslos gemeldet, 165 mehr als im Dezember 2018. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte in der Quote und um 65 Personen in der absoluten Zahl.

In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, in erster Linie eine Reaktion auf saisonale Einflüsse: „Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft machten sich im Januar bemerkbar. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gab es weniger zu tun, viele Außenarbeiten ruhten“, erklärt Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der „saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit“, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut sein sollte. „In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit. Wer qualifiziert ist und nah am Berufsleben steht, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“ Laut Arbeitsagentur ist die Beschäftigung in den letzten Jahren konstant gewachsen.

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Januar bei 1105, das waren 150 mehr als im Dezember und fünf weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitsagentur betreut vorrangig Bezieher von Arbeitslosengeld I. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um sechs auf 129 im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr. In der Altersgruppe über 50 waren 500 Menschen arbeitslos gemeldet, 37 mehr als im Dezember und 14 mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter im Landkreis Merzig-Wadern, das die Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) betreut, ist die Arbeitslosigkeit im Januar ebenfalls gestiegen (plus 15 auf 1347). Damit lag sie um 60 unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Januar bei 112. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 21 gestiegen. 405 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 30 verringert. 40 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Aktuell sind 535 Personen langzeitarbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 16 Prozent.

Die so genannte Unterbeschäftigung lag im Landkreis Merzig-Wadern im Januar mit 3460 Personen um sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 71 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen damit um mehr knapp ein Drittel entlastet. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. „Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.“

Und weiter: „Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen beziehunsgweise ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde“, heißt es hierzu von Seiten der Arbeitsagentur. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung würden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Januar zurückgegangen. Unternehmen der Region haben 175 Stellen zur Besetzung gemeldet, 33 weniger als im Dezember und 23 weniger als im Vorjahresmonat. Aktuell stehen 872 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel gemeldet. Auch im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und im Gastgewerbe gab es zahlreiche offene Stellen.